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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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genau mit uns verschmilzt, daß er Schritt um Schritt, solange wir im Sonnen-glanz und im Taunebel bleiben, bald vorrückt, bald zurückweicht, wo wirgehen und stehen. Ja, die Wassertropfen hängen sich an die Kleider undglühn einzeln wieder in unvergleichlicher Pracht, aber die Nässe gestattetnicht, sich dieses Feengewandes lange zu freuen, und ein fröstelndes Gefühlvon Sterblichkeit treibt um so eher aus der Tiefe wieder ans Ufer, da dieGefahr am Tage liegt, von irgendeinem zufällig herabgeschwemmten Steineplötzlich und selbst tödlich verletzt zu werden.

In sicherer Entfernung denn lagern die Wanderer sich hin und genießensorglos, was ihnen bisher entgangen war. Mit unermüdetem Staunen erhebtsich das Auge nach der hohen, im Blau des Himmels scharf gezeichnetendunkelgrauen Kante, wo die Najade zweiteilig ihr fliegendes Gewand in dieLüfte hängt. Eine Hälfte des Baches, doch unmerkbar von der anderengetrennt, fällt beinahe senkrecht herab und würde an der Felswand nieder-gleiten, wenn diese nicht von oben bis unter die Mitte sich leise zurückzögeund der Wassersäule freieres Fortschweben gestattete. Mit der zweiten Hälfteungefähr, etwas kühner vorspringend, zersplittert sich die Masse in jenenGischt und Staub, der so duftig, so ganz ätherisch niederwärts schwebt undan den Bachsturz im Salzburgischen erinnert, welchem das Landvolk denNamen des Schleierfalls erteilt. Die innere Partie des Staubbaches fällt ab-wärts der Mitte ihres Weges, als wollte sie versuchen, sich anzuhalten, aufe ine schräg vorstehende Bank und rieselt von da in tausend blendendenSchaumstrahlen vollends an dem dunkeln Gestein nach dem Kessel hinab,während die äußere, durch Schnelligkeit und Schwere die Luft unter sichpressend, in Millionen Schaumbläschen immer mehr zerschillt und weit herumeinen ewigen Tau zur Erde spritzt. Es ist unterhaltend, das Wasser von seinemAusströmen an der hohen Felsrinne bis zu seinem Zerstieben mit dem Blickezu verfolgen. Erst bricht es so wütend hervor, daß man erschrickt vor demfurchtbaren Sturze, den man erwartet; aber kaum hundert Schuhe gefallen,breitet sichs reichlich aus, und die zusammengedrängte Säule zergeht in ein-zelne schneeweiße Wölklein, die man nicht übel schon Wasserraketen benannthat, weil sie forteilend, gleich jenen flammenden, einen Schweif zurücklassen,der eine halbe Sekunde lang ihre Bahn bezeichnet, bis sie völligich möchtesagen in Wasserfunken auseinander sprühend, sich zur Unsichtbarkeit

verlieren.--------

Lieblich ist im Staubbache das mannigfaltige Spiel des Windes. Vorersterregt das Wasser durch sich selbst einen beständigen Luftzug, als wennÄolus vor dem Stromgott ins Tal hinaus flüchtete. Doch diese Bewegungtragt allein die feineren Tautropfen in das Weite und kann nicht den Bachim Ganzen ergreifen. Sobald aber ein fremdartiger Windstoß den Gießenüberfällt, so zeigt sich manch eine seltsame Erscheinung, die nicht andersals höchst überraschend vorkommen muß.Oft geschieht es," sagt Wytten-bach,daß der Föhnwind (ein warmer Süd) mit so heftiger Gewalt gegen dieMündung des Baches stößt, daß dadurch das Wasser desselben ganz zurück-getrieben wird und zuweilen bei zwei Minuten lang fast nichts davon überden Berg hinabfällt." Zu anderer Zeit werden ganze Scharen von durch -

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