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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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strömt, nach Osten, allein es ist dieses Ufer hier das linke, da wir die Ufernach der Richtung der Strömung benennen. Man erkennt hieraus wohl schon,wodurch das hohe Ufer entsteht. Es ist der stärkere Andrang des Wassers,der dieses Ufer, wenn es nicht sehr festes Gestein hat, angreift und abspült,worauf die höheren Schichten, die der Fluß nicht mehr erreicht, nachstürzenmüssen. Umgekehrt ist auf der anderen Seite des Flusses viel geringereStrömung. Da also setzen sich die Niederschläge ab, die der Fluß nicht mitsich reißt.

Diesen Unterschied der beiden Ufer habe ich Gelegenheit gehabt nicht nuran dem größten Teil der Wolga, sondern auch an bedeutenden Abschnittendes Don, des Dnjepr und der Dwina zu sehen, sowie auch an manchen Ab-schnitten größerer Flüsse im übrigen Europa. Es scheint aber der Unter-schied beider Ufer am größten in Rußland sich zu finden, weil hier der Boden,sowohl im Süden als im höheren Norden, außerordentlich nachgiebig ist.(Karl Ernst von Baer, Studien aus dem Gebiete der Naturwissenschaften,I «73.)

URSPRUNG DES RHEINES

Da, wo das Domleschger Tal durch die mit ihren Stirnen zusammenstoßendenAusläufer des Muttner Hornes und des Piz Beverin abgeschlossen wird, liegt

Thusis.--------Den mächtigen Gebirgswall, der sich hier vorschiebt, hat der

Rhein vielleicht haben unterirdische Feuerkräfte ihm dabei vorgearbeitetund geholfen in einer gewaltigen Spalte durchsägt. Diese Spalte ist fasteine Meile lang. Nur gewandte Fußgänger konnten ehemals in ihr nebendem Rheine fortkommen. Und der Hauptstraßenzug führte, das Rheintalverlassend, hier über die Höhen am Piz Beverin vorbei in den SchamserGebirgskessel von Schams hinauf. Alle Warenzüge des Mittelalters, alle Pilgerund Kreuzfahrer, die nach dem Süden zogen, alle unsere deutschen Kaisermit ihren Rittern auf ihren Römerfahrten mußten sich hier bei Thusis anden schroffen Bergwänden erheben, um über den riesenhaften Felsenriegelhinweg zu den oberen Tälern zu gelangen. Sie nannten diesden gutenWeg". An den Bergen hinaufblickend, erkannten wir noch Partien undSpuren von dieser uralten ehrwürdigen Straße. Den Gemsjägersteig aberunten im Tale fort durch das Bohrloch des Rheins nannten sie ,,den schlech-ten Weg" (Via Mala) und den ganzen Spalt selbst, der fast gar nicht benutztwerden konnte,das verlorene Loch".

Der Zug über die Höhen führte natürlich allerlei Unbequemlichkeiten mitsich, zunächst das steile Ansteigen, das nur durch seine langen Zickzackwegesich hätte vermeiden lassen, dann im Winter die dort sich anhäufendenSchneemassen. Allmählich ließ sich daher der Verkehr in die Tiefe hinab.Im Laufe von Jahrhunderten wurden wiederholte Versuche angestellt, einzelneTeile des Talbodens wegbar zu machen. Das 19. Jahrhundert brach auch hiermit einer Straße durch, die, so gut sie ist, doch noch innerhalb der schlimmstenStrecke den NamenVia mala" beibehielt.Der Rheinstrom hat sich zuweilen so tief in die Felsen hinabgegraben, und

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