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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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wie man an der Wolga gewöhnlich glaubt, die Veranlassung zu dieser Bildunggeben könne. Man meint nämlich, der Ostwind, der über die Wasserflächestreicht, dränge häufiger und mit mehr Gewalt das Wasser gegen das west-liche Ufer als umgekehrt. Allein diese Erklärung kann nicht richtig sein,weil in Sibirien der Wind vorherrschend östlich ist, aber gerade das östlicheUfer ist das höhere. Noch auffallender widersprechen die Zuflüsse, die dieWolga von Nishnij-Nowgorod bis Kasan erhält, sie haben auch ein rechteshohes Ufer. Von diesen Flüssen nähert sich die Swjaga so sehr der Wolga,daß sie bei Simbirsk kaum eine halbe Werst von ihr absteht, obgleich sie noch200 Werst verläuft, bevor sie sich in die Wolga ergießt. Da nun die Swjagaauf der Ostseite ihr hohes Ufer hat, die Wolga auf der Westseite, so ist wohlnicht zu bezweifeln, daß nicht ein vorherrschender Wind so ganz entgegen-gesetzte Wirkungen auf so benachbarte Flüsse haben kann, vielmehr mußgerade der Umstand, daß der eine Fluß nach Norden fließt, der andere nachSüden, diesen Unterschied erzeugen. Der Grund liegt ohne Zweifel in derRotation des Erdkörpers. Das wollen wir versuchen deutlicher zu machenund zur festen Überzeugung zu bringen.

Bekanntlich dreht sich der Erdkörper um seine Achse, und zwar von Westennach Osten. Diese Bewegung ist rasch genug, obgleich wir nichts davonfühlen, weil alle Gegenstände und selbst der Luftkreis sich mitbewegen. Nurdie Sonne, der Mond und alle Sterne, die an dieser Bewegung keinen Anteilhaben, scheinen deshalb sich um uns oder vielmehr um die Achse der Erde inentgegengesetzter Richtung, das heißt von Osten nach Westen zu drehen, weiluns unser Beobachtungspunkt unbeweglich scheint. Da die Erde die Gestalteiner Kugel hat, die nur an den Polen etwas abgeflacht ist, so folgt daraus,daß die Geschwindigkeit der Bewegung nicht überall gleich sein kann. DerÄquator, der am meisten angeschwollene Teil, dreht sich ebensowohl in24 Stunden, als jeder andere Parallelkreis, der einen viel geringeren Umfang

hat, und die beiden Pole bleiben für diese Bewegung ganz in Ruhe.-------Denken

wir nun, es wäre möglich, irgendeinen Körper vom Äquator aus bis nachjenem kleineren Parallelkreis zu werfen, so wird er, auch wenn er geradenach dem Pol zu geworfen wird, da er eine zweimal so starke Bewegungnach Osten mitbekommen hat, keineswegs gerade nach dem Pole fliegen,sondern sehr stark nach Osten abweichen. Umgekehrt wird ein Körper, dervon jenem kleineren Kreise gerade gegen den Äquator geworfen wird, weiler eine viel langsamere Bewegung nach Osten mitnimmt, wenn er unter dem

Äquator angekommen ist, stark nach Westen abweichen.--------

So sehen wir, daß Flüsse, die das Wasser von den Polen nach dem Äquatorbewegen, einen Druck auf ihre westliche Seite ausüben müssen, denn dasfließende Wasser bringt in diesem Falle geringere Rotationsgeschwindigkeitmit, als jeder Punkt hat, bei dem es ankommt, es drängt also gegen das west-liche Ufer, das ist aber für diesen Flußlauf das rechte. Wasser aber, das nachdem Pole strömt, drängt nach Osten, weil es größere Geschwindigkeit mit-bringt, und für diese Flüsse ist auf der nördlichen Erdhälfte das östliche Uferwieder das rechte. In der südlichen Erdhälfte drängt das Wasser, das gegenden Äquator strömt, ebenfalls nach Westen und das Wasser, das vom Äquator

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