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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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griffen und getötet werden, schnell solchergestalt austrocknen, daß mannoch nach Jahrhunderten den langen Zug von unglücklichen Geschöpfen,Menschen und Tieren, sehen kann, indem sie, zu Mumien geworden, unver-weslich sind.

Oft soll der Wind innerhalb der Wüste selbst mächtige Sandwolken auf-heben, meilenweit fortführen und dann plötzlich fallen lassen. Befindet sicheine Karawane gerade an dieser Stelle, wo der Sandsturz vor sich geht, sowird sie gänzlich verschüttet, oft sagt man hundert Fuß und darübermit Sand bedeckt. Die Beduinen behaupten, jeder Hügel in der Wüste seidas Grab einer Karawane, und sie verallgemeinern in ihrer Weise, phantasie-reich wie sie sind, den einzelnen Fall ins Unzählige. Daß nämlich dergleichenSandbedeckungen vorkommen, unterliegt keinem Zweifel, und jeder Reisende,der die Wüste, auf welchem Wege es auch sei, durchzieht, wird, sobald erein paar Tagereisen weit eingedrungen ist, an unzähligen Knochengerüstenwahrnehmen, daß der Tod hier reichliche Ernten gehalten hat, er wird auchmanches Kamelgerippe dreiviertel mit Sand bedeckt sehen, ein Zeichen,wie veränderlich der Boden ist, auf welchem er steht. Der Sand der Wüsteist mehr Staub als Sand, sein Korn so fein, daß es dem Winde folgt, keineSpur von Feuchtigkeit macht dasselbe schwerer beweglich, und die mit demweichen Sande abwechselnden Strecken von Felsengrund werden ebensooftvon diesem roten Staube bedeckt, wie tiefe Sandmassen, welche den Schritthemmen, plötzlich hingewehet werden und dem Wanderer nun kahlen Fels-grund darbieten. (W. F. A. Zimmermann, Der Erdball und seine Natur-wunder, 1855.)

DONAUÜBERGANG BEIM KOSOVASTURM

Die Kosova ist ein warmer Südoststurm, der oft plötzlich, am stärkstenin den Frühjahr-, Herbst- und Wintermonaten auftritt und drei und mehrTage, ja manchmal bis zu zwanzig Tagen mit ununterbrochener Heftigkeitanhält. Er jagt die oberen noch lockeren Sandschichten der Uferdünen zuriesigen Wolken auf und wo er sie niederwirft, werden alle Pflanzungenvernichtet, ja oft ganze Wohnhäuser verschüttet. Während der Dauer seinesWehens wird im Frieden jeder Schiffahrtsverkehr zwischen Belgrad undPancsova eingestellt, und Dampfer, die von ihm überrascht werden, müssenAnker werfen. Er beginnt meist in den frühen Morgenstunden, zuweilen auchmit Sonnenuntergang und ist leicht erkennbar, da die Wellen der Donauvor seiner Gewalt stromaufwärts laufen. Bei leichter Kosova kann mandaher den Strom hinaufsegeln, aber meist wird Segel und Kahn von ihrenStößen umgeworfen. Am stärksten ist der Anprall des Sturmes gewöhnlichzwischen Moldova und Barias, der größte Wellenschlag bei Palank am unterenEnde der Insel Cibuklia, während die Waldungen auf dieser und den benach-barten Inseln ihn derart brechen, daß an der Osthälfte der Temesziget-Inseldie Schiffahrt weniger gefährlich ist und auch damals von der ihr gegen-überliegenden Übersetzstelle die Pioniere der 107. Division den Betrieb ambesten aufrecht erhalten konnten. Aber schon bei Dunadombo setzte der

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