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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
Seite
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Die Federn sind sehr verschieden an Form und Größe, aber sie bleiben immerdasselbe Organ, das sich nur nach Beschaffenheit des Körperteiles, aus wel-chem es entspringt, bildet und umbildet.--------

Das Gefieder ist allfarbig, doch im ganzen das gelbe, das sich zum Rotensteigert, häufiger als das blaue.

Die Einwirkung des Lichts auf die Federn und ihre Farben ist durchausbemerklich. So ist zum Beispiel auf der Brust gewisser Papageien die Federeigentlich gelb. Der schuppenartig hervortretende Teil, den das Licht be-scheint, ist aus dem Gelben ins Rote gesteigert. So sieht die Brust einessolchen Tieres hochrot aus, wenn man aber in die Federn bläst, erscheintdas Gelbe.

So ist durchaus der unbedeckte Teil der Federn von dem im ruhigen Zu-stand bedeckten höchlich unterschieden, so daß sogar nur der unbedeckteTeil, zum Beispiel bei Raben, bunte Farben spielt, der bedeckte aber nicht,nach welcher Anleitung man die Schwanzfedern, wenn sie durcheinander

geworfen sind, sogleich wieder zurechtlegen kann.--------

Hier (bei Säugetieren und Menschen) fangen die Elementarfarben an, unsganz zu verlassen. Wir sind auf der höchsten Stufe, auf der wir nur flüchtigverweilen.

Das Säugetier steht überhaupt entschieden auf der Lebensseite. Alles wassich an ihm äußert, ist lebendig. Von dem Innern sprechen wir nicht, alsohier nur einiges von der Oberfläche. Die Haare unterscheiden sich schondadurch von den Federn, daß sie der Haut mehr angehören, daß sie einfach,fadenartig, nicht geästet sind. An den verschiedenen Teilen des Körperssind sie aber auch, nach Art der Federn kürzer, länger, zarter und stärker,farblos oder gefärbt, und dies alles nach Gesetzen, welche sich aussprechenlassen.

Weiß und Schwarz, Gelb, Gelbrot und Braun wechseln auf mannigfaltigeWeise, doch erscheinen sie niemals auf eine solche Art, daß sie uns an dieElementarfarben erinnerten. Sie sind alle vielmehr gemischte, durch orga-nische Kochung bezwungene Farben und bezeichnen mehr oder wenigerdie Stufenhöhe des Wesens, dem sie angehören.

Eine von den wichtigsten Betrachtungen der Morphologie, insofern sie Ober-flächen beobachtet, ist diese, daß auch bei den vierfüßigen Tieren die Fleckender Haut auf die innern Teile, über welche sie gezogen ist, einen Bezug haben.So unwillkürlich übrigens die Natur dem flüchtigen Anblick hier zu wirkenscheint, so konsequent wird dennoch ein tiefes Gesetz beobachtet, dessenEntwicklung und Anwendung freilich nur einer genauen Sorgfalt und treuenTeilnehmung vorbehalten ist.

Wenn bei Affen gewisse nackte Teile bunt, mit Elementar färben, erscheinen,so zeigt dies die weite Entfernung eines solchen Geschöpfes von der Voll-kommenheit an: denn man kann sagen, je edler ein Geschöpf ist, je mehrist alles Stoffartige in ihm verarbeitet, je wesentlicher seine Oberfläche mitdem Innern zusammenhängt, desto weniger können auf derselben Elementar-farben erscheinen. Denn da, wo alles ein vollkommenes Ganzes zusammenausmachen soll, kann sich nicht hier und da etwas Spezifisches absondern.

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