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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Diese Feuchtigkeit scheint von der einen Seite mit der Begattung zusammen-zuhängen, ja, sogar finden sich Eier, die Anfänge künftiger Schaltiere, welcheein solches färbendes Wesen enthalten. Von der anderen Seite scheint aberdieser Saft auf das bei höher stehenden Tieren sich entwickelnde Blut zudeuten. Denn das Blut läßt uns ähnliche Eigenschaften der Farbe sehen.In seinem verdünntesten Zustande erscheint es uns gelb, verdichtet, wie esin den Adern sich befindet, rot, und zwar zeigt das arterielle Blut ein höheresRot, wahrscheinlich wegen der Säuerung, die ihm beim Atemholen wider-fährt, das venöse Blut geht mehr nach dem Violetten hin und zeigt durchdiese Beweglichkeit auf jenes uns genugsam bekannte Steigern und Wandern.Wenden wir nunmehr unsere Betrachtung auf diejenigen Geschöpfe, welchedem Licht und der Luft und der trockenen Wärme angehören, so findenwir uns freilich erst recht im lebendigen Farbenreiche. Hier erscheinen unsan trefflich organisierten Teilen die Elementarfarben in ihrer größten Reinheitund Schönheit. Sie deuten uns aber doch, daß eben diese Geschöpfe nochauf einer niedern Stufe der Organisation stehen, eben weil diese Elementar-farben noch unverarbeitet bei ihnen hervortreten können. Auch hier scheintdie Hitze viel zu Ausarbeitung dieser Erscheinung beizutragen.Wir finden Insekten, welche als ganz konzentrierter Farbenstoff anzusehensind, worunter besonders die Coccusarten berühmt sind, wobei wir zu be-merken nicht unterlassen, daß ihre Weise, sich an Vegetabilien anzusiedeln, jain dieselben hineinzunisten auch zugleich jene Auswüchse hervorbringt,welche als Beizen zur Befestigung der Farben so große Dienste leisten.Am auffallendsten aber zeigt sich die Farbengewalt, verbunden mit regel-mäßiger Organisation, an denjenigen Insekten, welche eine vollkommeneMetamorphose zu ihrer Entwicklung bedürfen, an Käfern, vorzüglich aberan Schmetterlingen.

Diese letzteren, die man wahrhafte Ausgeburten des Lichtes und der Luftnennen könnte, zeigen schon in ihrem Raupenzustand oft die schönstenFarben, welche, spezifiziert wie sie sind, auf die künftigen Farben desSchmetterlings deuten, eine Betrachtung, die, wenn sie künftig weiter verfolgtwird, gewiß in manches Geheimnis der Organisation eine erfreuliche Einsichtgewähren muß.

Wie wir bei den Pflanzen finden, daß ihr Höheres, die ausgebildeten Blütenund Früchte auf dem Stamme gleichsam gewurzelt sind und sich von voll-kommneren Säften nähren, als ihnen die Wurzel zuerst zugebracht hat,wie wir bemerken, daß die Schmarotzerpflanzen, die das Organische als ihrElement behandeln, an Kräften und Eigenschaften sich ganz vorzüglich be-weisen, so können wir auch die Federn der Vögel in einem gewissen Sinnemit den Pflanzen vergleichen. Die Federn entspringen als ein letztes ausder Oberfläche eines Körpers, der noch viel nach außen herzugeben hat, undsind deswegen sehr reich ausgestattete Organe.

Die Kiele erwachsen nicht allein verhältnismäßig zu einer ansehnlichen Größe,sondern sie sind durchaus geästet, wodurch sie eigentlich zu Federn werden,und manche dieser Ausästungen, Befiederungen sind wieder subdividiert, wo-durch sie abermals an die Pflanzen erinnern.

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