die besonderen Fälle, da die Blätter im Herbste wieder rein gelb werden, und
andere sich bis zu dem höchsten Rot hinaufsteigern.--------
Von den Tieren, welche auf den niedern Stufen der Organisation verweilen,sei hier vorläufig folgendes gesagt. Die Würmer, welche sich in der Erdeaufhalten, der Finsternis und der kalten Feuchtigkeit gewidmet sind, zeigensich mißfärbig. Die Eingeweidewürmer von warmer Feuchtigkeit im Finsternausgebrütet und genährt, unfärbig: zu Bestimmung der Farbe scheint aus-drücklich Licht zu gehören.
Diejenigen Geschöpfe, welche im Wasser wohnen, welches als ein obgleichsehr dichtes Mittel dennoch hinreichendes Licht hindurch läßt, erscheinenmehr oder weniger gefärbt. Die Zoophyten, welche die reinste Kalkerdezu beleben scheinen, sind meistenteils weiß, doch finden wir die Korallenbis zum schönsten Gelbrot hinaufgesteigert, welches in anderen Wurm-gehäusen sich bis nahe zum Purpur hinanhebt.
Die Gehäuse der Schaltiere sind schön gezeichnet und gefärbt, doch istzu bemerken, daß weder die Landschnecken, noch die Schale der Muschelndes süßen Wassers mit so hohen Farben geziert sind, als die des Meerwassers.Bei Betrachtung der Muschelschalen, besonders der gewundenen, bemerkenwir, daß zu ihrem Entstehen eine Versammlung unter sich ähnlicher tierischerOrgane sich wachsend vorwärts bewegte, und indem sie sich um eine Achsedrehten, das Gehäuse durch eine Folge von Riefen, Rändern, Rinnen undErhöhungen nach einem immer sich vergrößernden Maßstab hervorbrachten.Wir bemerken aber auch zugleich, daß diesen Organen irgendein mannig-faltig färbender Saft beiwohnen mußte, der die Oberfläche des Gehäuses,wahrscheinlich durch unmittelbare Einwirkung des Meerwassers, mit farbigenLinien, Punkten, Flecken und Schattierungen epochenweis bezeichnete undso die Spuren seines steigenden Wachstums auf der Außenseite dauerndhinterließ, indes die innere meistens weiß oder nur blaßgefärbt angetroffen wird.Daß in den Muscheln solche Säfte sich befinden, zeigt uns die Erfahrungauch außerdem genugsam, indem sie uns dieselben noch in ihrem flüssigenund färbenden Zustande darbietet, wovon der Saft des Tintenfisches einZeugnis gibt, ein weit stärkeres aber derjenige Purpursaft, welcher in mehrerenSchnecken gefunden wird, der von Alters her so berühmt ist und in derneueren Zeit auch wohl benutzt wird. Es gibt nämlich unter den Eingeweidenmancher Würmer, welche sich in Schalgehäusen aufhalten, ein gewissesGefäß, das mit einem roten Safte gefüllt ist. Dieser enthält ein sehr stark unddauerhaft färbendes Wesen, so daß man die Tiere zerknirschen, kochen undaus dieser animalischen Brühe doch noch eine hinreichend färbende Feuchtig-keit herausnehmen konnte. Es läßt sich aber dieses farbgefüllte Gefäß auchvon dem Tiere absondern, wodurch denn freilich ein konzentrierter Saftgewonnen wird.
Dieser Saft hat das Eigene, daß er, dem Licht und der Luft ausgesetzt,erst gelblich, dann grünlich erscheint, dann ins Blaue, von da ins Violetteübergeht, immer aber ein höheres Rot annimmt, und zuletzt durch Einwirkungder Sonne, besonders wenn er auf Batist aufgetragen worden, eine reinehohe rote Farbe annimmt. — —
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