Wir wissen, daß die Stengelblätter nur Vorbereitungen und Vorbedeutungenauf die Blumen- und Fruchtwerkzeuge sind, und so kann man in den Stengel-blättern schon Farben sehen, die von weitem auf die Blume hindeuten, wie beiden Amaranten der Fall ist.
Es gibt weiße Blumen, deren Blätter sich zur größten Reinheit durchgearbeitethaben, aber auch farbige, in denen die schöne Elementarerscheinung hin undwieder spielt. Es gibt deren, die sich nur teilweise vom Grünen auf eine höhereStufe losgearbeitet haben.
Blumen allerlei Geschlechts, ja, einerlei Art, finden sich von allen Farben.Rosen und besonders Malven zum Beispiel gehen einen großen Teil des Farben-kreises durch, vom Weißen ins Gelbe, sodann durch das Rotgelbe in den Pur-pur und von da in das Dunkelste, was der Purpur, indem er sich dem Blauennähert, ergreifen kann.
Andere fangen schon auf einer höheren Stufe an, wie zum Beispiel die Mohne,welche von dem Gelbroten ausgehen und sich in das Violette hinüberziehen.Doch sind auch Farben bei Arten, Gattungen, ja Familien und Klassen, wonicht beständig, doch herrschend, besonders die gelbe Farbe: die blaue ist über-haupt seltner.
Bei den saftigen Hüllen der Frucht geht etwas Ähnliches vor, indem sie sichvon der grünen Farbe durch das Gelbliche und Gelbe bis zu dem höchsten Roterhöhen, wobei die Farbe der Schale die Stufen der Reife andeutet. Einigesind ringsum gefärbt, einige nur an der Sonnenseite, in welchem letzten Falleman die Steigerung des Gelben ins Rote durch größere An- und Übereinander-drängung sehr wohl beobachten kann.
Auch sind mehrere Früchte innerlich gefärbt, besonders sind purpurrote Säftegewöhnlich.
Wie die Farbe sowohl oberflächlich auf der Blume, als durchdringend in derFrucht sich befindet, so verbreitet sie sich auch durch die übrigen Teile, indem'sie die Wurzeln und die Säfte der Stengel färbt, und zwar mit sehr reicher undmächtiger Farbe.
So geht auch die Farbe des Holzes vom Gelben durch die verschiedenenStufen des Roten bis ins Purpurfarbene und Braune hinüber. Blaue Hölzersind mir nicht bekannt, und so zeigt sich schon auf dieser Stufe der Orga-nisation die aktive Seite mächtig, wenn in dem allgemeinen Grün der Pflanzenbeide Seiten sich balancieren mögen.
Wir haben oben gesehen, daß der aus der Erde dringende Keim sich mehren-teils weiß und gelblich zeigt, durch Einwirkung von Licht und Luft aber indie grüne Farbe übergeht. Ein Ähnliches geschieht bei jungen Blättern derBäume, wie man zum Beispiel an den Birken sehen kann, deren junge Blättergelblich sind und beim Auskochen einen schönen gelben Saft von sich geben.Nachher werden sie immer grüner, so wie die Blätter von anderen Bäumennach und nach in das Blaugrüne übergehen.
So scheint auch das Gelbe wesentlicher den Blättern anzugehören, als derblaue Anteil: denn dieser verschwindet im Herbste, und das Gelbe des Blattesscheint in eine braune Farbe übergegangen. Noch merkwürdiger aber sind
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