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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Wärme, der Erreger vieler irdischen elektro-magnetischen Prozesse, ja, desgrößeren Teils der organischen Lebenstätigkeit, besonders der vegetabilischen,auf unserem Planeten. Die Sonne bringt, wenn man ihre Kraftäußerung inder größten Verallgemeinerung bezeichnen will, Veränderungen auf der Ober-fläche der Erde hervor: teils durch Massen-Attraktion, wie in der Ebbe undFlut des Ozeans, wenn man von der ganzen Wirkung den Teil abzieht, welcherder Lunar-Anziehung gehört, teils durch licht- und wärme-erregende Wal-lungen, Transversal-Schwingungen, des Äthers, wie in der befruchtendenVermischung der Luft- und Wasserhüllen des Planeten bei dem Kontakt derAtmosphäre mit dem verdunsteten flüssigen Elemente im Meere, in Landseenund Flüssen. Sie wirkt in den durch Wärme - Unterschiede erregendenatmosphärischen und ozeanischen Strömungen, deren letztere seit Jahrtausen-den fortfahren (doch in schwächerem Grade) Geröll-Schichten aufzuhäufenoder entblößend mit sich fortzureißen und so die Oberfläche des angeschwämm-ten Landes umzuwandeln; sie wirkt in der Erzeugung und Unterhaltung derelektro-magnetischen Tätigkeit der Erdrinde und der des Sauerstoff-Gehaltesder Atmosphäre, bald still und sanft chemische Ziehkräfte erzeugend und dasorganische Leben mannigfach in der Endosmose der Zellen-Wandung in demGewebe der Muskel- und Nervenfaser bestimmend, bald Lichtprozesse im Luft-kreise farbig flammendes Polarlicht, Donnerwetter, Orkane und Meersäulen,hervorrufend.

Aber die Lichtwellen wirken nicht bloß zersetzend und wieder bindend auf dieKörperwelt, sie rufen nicht bloß hervor aus der Erde die zarten Keime derPflanzen, erzeugen den Grünstoff (Chlorophyll) in den Blättern und färbenduftende Blüten, sie wiederholen nicht bloß tausend- und aber tausendfachreflektierte Bilder der Sonne, im anmutigen Spiel der Welle, wie im bewegtenGrashalm der Wiese: das Himmelslicht in den verschiedenen Abstufungenseiner Intensität und Dauer steht auch in geheimnisvollem Verkehr mit demInneren des Menschen, mit seiner geistigen Erregbarkeit, mit der trüben oderheiteren Stimmung des Gemüts; Caeli tristitiam discutit Sol et humani nubilaanimi serenat. (Alexander von Humboldt, Kosmos, 1845/1850.)

DER KOMET VON 1811

Einer der merkwürdigsten Kometen neuerer Zeit war der vom Jahre 1811.Keinen der früheren hat man so lange und so anhaltend beobachten können,und von keinem ist ein so großes Stück seiner Bahn gemessen und berechnetworden. Er stand anfangs sehr weit südlich von der Ekliptik und wurde daherim südlichen Europa zuerst gesehen. Am 26. März 1811 beobachtete man ihnzu Viviers im südlichen Frankreich, und die Pariser Astronomen setzten seineBeobachtungen bis zum 20. Mai fort. Er war jetzt immer mehr nach Nordenheraufgestiegen, ward aber im Juni und Juli, wo er sich in den Sonnenstrahlenverbarg, unsichtbar. Unterdessen hatte man schon die Elemente seiner Bahnberechnet, und Olbers in Bremen sagte bereits am 18. Juli voraus, daß er imMonat August wieder erscheinen, der Erde näher kommen und dann das ganzeJahr hindurch bis in den Januar 1812 hinein sichtbar bleiben werde. Alles

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