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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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lieh unterhalten kann. Aber dasselbe Gesetz lehrt uns auch, daß die vorhan-denen Kraftvorräte, welche als Wärme schon existieren, oder noch zu Wärmewerden können, noch für unermeßlich lange Zeiten ausreichen. Über die Vor-räte chemischer Kraft in der Sonne können wir nichts mutmaßen, die in ihraufgehäuften Wärmevorräte nur durch sehr unsichere Schätzungen bestimmen.Wenn wir aber der sehr wahrscheinlichen Ansicht folgen, daß die von denAstronomen gefundene, für ein Gestirn von so großer Masse auffallend ge-ringe Dichtigkeit durch die hohe Temperatur bedingt sei und mit der Zeitgrößer werden könne, so läßt sich berechnen, daß, wenn der Durchmesser derSonne sich nur um den zehntausendsten Teil seiner j etzigen Größe verringerte, da-durch hinreichend viel Wärme erzeugt würde, um die ganze Ausgabe für2100 Jahre zu decken. Eine so geringe Veränderung des Durchmessers würdeübrigens auch durch die feinsten astronomischen Beobachtungen nur mit Müheerkannt werden können.

In der Tat hat sich seit der Zeit, von der wir historische Nachrichten haben, alsoetwa 4000 Jahre die Temperatur der Erdoberfläche nicht merklich verringert.Wir haben aus so alter Zeit allerdings keine Thermometerbeobachtungen, aberwir haben Angaben über die Verbreitung einiger Kulturpflanzen, des Wein-stocks, Ölbaums, welche gegen Änderungen der mittleren Jahrestemperatursehr empfindlich sind, und daß diese Pflanzen noch jetzt genau dieselbe Ver-breitungsgrenze haben, wie zu den Zeiten des Abraham und Homer, worausdenn rückwärts auf die Beständigkeit des Klimas zu schließen ist.Als Gegengrund gegen diese Behauptung hatte man sich auf den Umstand be-rufen, daß ehemals d<e deutschen Ritter hier in Preußen Wein gebaut, ge-keltert und getrunken hätten, was jetzt nicht mehr möglich sei. Man wolltedaraus schließen, daß die Wärme unseres Klimas seit jener Zeit abgenommenhabe. Dagegen hat schon Dove Berichte alter Chronisten zitiert, wonach ineinigen besonders heißen Jahren das Erzeugnis der preußischen Reben etwasweniger von seiner gewöhnlichen Säure gehabt habe. Die Tatsache sprichtalso nicht für die Wärme des Klimas, sondern nur für die Kehlen der deutschenHerren.

Aber wenn auch die Kraftvorräte unseres Planetensystems so ungeheuer großsind, daß sie durch die fortdauernden Ausgaben innerhalb der Dauer unsererMenschengeschichte nicht merklich verringert werden konnten, wenn sich auchdie Länge der Zeiträume noch gar nicht ermessen läßt, welche vorübergehenmüssen, ehe merkliche Veränderungen in dem Zustande des Planetensystemseintreten können, so weisen doch unerbittliche mechanische Gesetze daraufhin, daß diese Kraftvorräte, welche nur Verlust, keinen Gewinn erleiden können,endlich erschöpft werden müssen. Sollen wir darüber erschrecken? Die Men-schen pflegen die Größe und Weisheit des Weltalls danach abzumessen, wievielDauer und Vorteil es ihrem eigenen Geschlechte verspricht, aber schon die ver-gangene Geschichte des Erdballs zeigt, einen wie winzigen Augenblick in seinerDauer die Existenz des Menschengeschlechtes ausgemacht hat. Ein wen-disches Tongefäß, ein römisches Schwert, was wir im Boden finden, erregt unsdie Vorstellung des grauen Altertums; was uns die Museen Europas von denÜberbleibseln Ägyptens und Assyriens zeigen, sehen wir mit schweigendem

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