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5 (1927) Erde, Gewächs und Weltall
Entstehung
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Licht-Existenz einer selbstleuchtenden, dunstförmigen Materie im Weltall,was der Beobachtung und was induktiven Schlußformen angehört, so lehrt einesehr einfache Betrachtung, daß durch wachsende Vervollkommnung der teles-kopischen Sehkraft allerdings die Zahl der Nebel beträchtlich vermindert, aberkeineswegs durch diese Verminderung erschöpft werden könne. Unter An-wendung von Fernröhren wachsender Stärke wird jedes nachfolgende auf-lösen, was das vorhergehende unaufgelöst gelassen hat; zugleich aber auchwenigstens teilweise wegen seiner zunehmenden raumdurchdringenden Kraftdie aufgelösten Nebel durch neue vorher unerreichte ersetzen. Auflösung desAlten und Entdeckung des Neuen, welches wieder eine Zunahme von op-tischer Stärke erheischt, würden demnach in endloser Reihe aufeinanderfolgen. Sollte dem nicht so sein: so muß man sich nach meinem Bedünkenentweder den gefüllten Weltraum begrenzt, oder die Weltinseln, zu deren einerwir gehören, dermaßen voneinander entfernt denken, daß keines der noch zufindenden Fernröhre zu dem gegenüberliegenden Ufer hinüberreicht, und daßunsere letzten (äußersten) Nebel sich in Sternhaufen auflösen, welche sich wieSterne der Milchstraßeauf schwarzen, ganz dunstfreien Grund projizieren".Ist aber wohl ein solcher Zustand des Weltbaues und zugleich der Vervoll-kommnung optischer Werkzeuge wahrscheinlich, bei dem am ganzen Firma-ment kein unaufgelöster Nebelfleck mehr aufzufinden wäre? (Alexander vonHumboldt, Kosmos, 1845/1850.)

ALTER DER WELT

Eine wesentliche Frage für die Zukunft unseres Planetensystems ist die überdie künftige Temperatur und Erleuchtung. Da die innere Wärme des Erdballswenig Einfluß auf die Temperatur der Erdoberfläche hat, so kommt es hier we-sentlich nur auf die von der Sonne ausströmende Wärme an. Es kann ge-messen werden, wieviel Sonnenwärme hier auf der Erde in einer gegebenenZeit eine gegebene Fläche trifft, und daraus kann berechnet werden, wievielin einer gewissen Zeit von der Sonne ausgeht. Dergleichen Messungen sindvon dem französischen Physiker Pouillet ausgeführt worden und haben er-geben, daß die Sonne soviel Wärme abgibt, daß an ihrer ganzen Oberflächestündlich eine Schicht dichtesten Kohlenstoffs von etwa 10 Fuß Mächtigkeitabbrennen müßte, um sie durch Verbrennung zu erzeugen, in einem Jahre alsoetwa eine Schichte von 3V2 Meilen. Würde diese Wärme aber dem ganzenSonnenkörper gleichmäßig entzogen, so würde seine Temperatur doch jährlichnur um 1V3 Grad erniedrigt werden, wenn wir seine Wärmekapazität der desWassers gleichsetzen. Diese Angaben können uns wohl die Größe der Ausgabeim Verhältnis zur Oberfläche und dem Inhalt der Sonne anschaulich machen,sie können uns aber keinen Autschluß darüber geben, ob die Sonne nur alsglühender Körper die Wärme ausstrahlt, die seit ihrer Entstehung in ihr ange-häuft ist, oder ob fortdauernd eine Neuerzeugung vermöge chemischer Prozessean ihrer Oberfläche stattfindet. Jedenfalls lehrt uns unser Gesetz von der Er-haltung der Kraft, daß kein Prozeß, der den auf der Erde bekannten analog ist,in der Sonne die Wärme- und Lichtausstrahlung für ewige Zeiten unerschöpf-

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