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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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kömmlichen Gesetze ihrer Herrschaft festern Grund und durch Untersuchungendem literarischen Europa Interesse für sie zu geben beschlossen. Noch er-hält sich im Gebirge die starke Republik der Maratten. Mit Gefahr für dieEuropäer lernt Hyder Alj die Kriegskunst. Doch noch zittern die meistenRajah vor den britischen Kaufleuten, deren Geiz oft verderblicher als Kriegund Despotismus gewesen: er bewirkte Hungersnöte, welche die unschuldigenGentoos zu Hunderttausenden hinrafften. Durch den Willen der Briten, so-lang es ihnen gut schien, hielt Allum Sha der Vierzehnte von Timur mit un-steter Hand in Delhi über die vierundzwanzig Subahdars des mogolischenReiches ein Zepter, das ungefähr so viel vermag, wie das fränkische im elftenJahrhundert.

Der Araber bleibt in seiner Einfalt und Freiheit, vergeblich versucht von denEuropäern, vergeblich von des großen Sulejmans siegreichen Waffen und vonSha Nadirs allumwerfender Wut, immer wie zu Hiobs und Abrahams Zeit,und wie er allezeit war, den Augenblick ausgenommen, wo Arabien der er-staunten Welt offenbarte, wessen ein so ruhiges Volk Begeisterung fähigmacht.

Ferner blieb Habesch, jenseits der unwirtbaren Küsten und grauenvollenWüsten, gewaltig und allein.

Weiter irrten ungenannt verbrannte Afrikaner im undurchforschten Vater-land, wo Paradiese sein sollen.

Eine Welt von Inseln erschien im Südmeer, ohne anderes Andenken der Ge-schichte, als wie eine uralte Revolution der Natur von einem festen Landesie isoliert.

Unbezwingbar wandeln im Dattellande und tiefer noch nie gesehene Völker,die Enkel der Numidier, indes militärische Gemeinheiten zu Algier, Tunis,Tripolis durch Mut und Geschick in der Wahl von Verteidigungsposten denVersuchen europäischer Mächte trotzen und billig die steuerbar machen,welche entweder von ihrem Korn leben oder ohne ihren Willen den Handels-betrieb nicht sicher fortsetzen können.

Diese Aristokratien wie jene, welche gemäß ihrem Institut von dem FelsenMalta sie ewig bekriegen soll, erhalten ihren Geist, indem sie sich unaufhörlicherneuern.

Unangefochten, außer durch die Unruhen seines eigenen Hauses, herrschtder Sherif über die fünfzehn Provinzen des marokkanischen Staats. Es fürchtetihn der maurische Bauer, es ehrt ihn der herumziehende, olivengefärbteoder schwarze Hirt. (Johannes von Müller, Vierundzwanzig Bücher allge-meiner Geschichten, 1811.)

DAS RUHENDE ASIEN?

Das Dasein eines Reichs kann in sich selbst und gegen andre geschätzet wer-den: Europa ist in der Notwendigkeit, beiderlei Maßstab zu gebrauchen, dieAsiatischen Reiche haben nur einen. Keins von diesen Ländern hat andreWelten aufgesucht, um sie als ein Postament seiner Größe zu gebrauchenoder durch ihren Überfluß sich Gift zu bereiten, jedes nutzet, was er hat, und

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