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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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neuen Volks; alle europäischen Zeitungen verkündigten sie laut, es fehltedaher in Frankreich, um den alten Staatsbau zu stürzen, nichts, als daß diefranzösische Regierung selbst öffentlich anerkannte, er könne in der bisherigenForm nicht mehr bestehen. Dies geschah in den folgenden Jahren, war esein Wunder, daß Alles plötzlich zusammenfiel? (Friedrich Christoph Schlosser,Geschichte des achtzehnten Jahrhunderts, 1823.)

DAS NOCH SAGENHAFTE ASIEN UND AFRIKA

Persien, seit Sha Nadir in langen grausamen Unruhen, hatte eine noch weitschrecklichere Zeit als Deutschland nach dem Tod Kaiser Friedrichs II., bisendlich Kerim Han durch Strenge und Gnade die Parteien gewann und bän-digte. Seinen Tod verbarg Sakj, sein Bruder, mehrere Wochen, während derener unter seinem Namen viele furchtbare Nebenbuhler töten ließ. Neue Be-wegung erschütterte den Staat, und Abulfat, Kerims Erstgeborener, schwangsich auf den Stuhl seines Vaters: aber viele fielen ab und schlugen sich zuParteiführern, um niemandem zu gehorchen. Persien, in Zerrütterung, sichund Nachbarn fürchterlich, erwartet einen neuen Ardschir oder Cyrus.Die der kaspischen See nordwärts gelegenen Lande schienen einem neuenGlanz entgegenzueilen. Die Wüsten, worin uralte Trümmer an unbekannteNationen erinnern, schienen sich zu bevölkern, zu bereichern. Alles verwüsteteder Feind der Russen und aller Kultur, Pugatschew.

Weiter liegen die von 120 000 ajukischen Kalmuken aufgegebenen Steppen.Ein Moses aus ihrem Volke bewog sie (Gott gebiete es!) nach Borötalanor,in die Gefilde, wo ihre Väter die Herden weideten, heimzuziehen. Vergeblichverfolgte sie (pharaonisch) durch Sandwüsten der General Rytschkow. DerKaiser der Mandshu, die seit anderthalbhundert Jahren Sina beherrschen,der große Kienluna, eröffnete ihnen Dsongar, wo er die sonderbare Macht desKontaisha gebrochen hatte. Weiden gab er ihnen und Nahrung und Geld,berief ihre Gewaltigen an seinen Hof und stellte den großen Rat der Tsaisang,der Edlen, wie ihre Väter ihn hatten, wiederum her.

Zu dem Dalaj Lama Tibets verhielt sich Kienluna wie Joseph II. zu Pius VI.Er ist der heilige Vater einer Menge Horden von den Ufern der Wolga bis andie äußerste Küste Koreas, sein Gebiet ist Butan und Pu. Der Kaiser bewiesihm Verehrung, er dem Kaiser, aber wider Kienlunas Macht könnte er sichnicht erhalten.

Die Grenze der Sineser gegen die Russen ist das Land der Jagden des Tungusen-volkes, der Brüder der Mandshu, Kjächta, die Stätte, wo die Nationen sichzum Handel versammeln.Japan bleibt verschlossen.

Man kennet fast nichts von dem Innern der zwischen dem Ganges und Sinaausgebreiteten Länder.

Die heiligen Ufer des Ganges, die Gärten, das weidenreiche Gebirge, die lieblichenKüsten der diesseitigen Halbinsel Hindustans sind von den Engländern undFranzosen mit blutigen Kriegen und noch verwüstenderm Parteigeist langeerfüllt und befleckt worden, ehe jene durch schuldige Verehrung der alther-

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