Stelle in der französischen Armee zu erhalten, bei welcher eben dazumalstrenge Mannszucht und kriegerische Freiheit und die höchste Spannung desEhrtriebs jene großen Wirkungen hervorgebracht hatten, durch welche dieKrone Ludwigs in ganz Europa ebenso allgemein gefürchtet als verhaßt ge-wesen ist.--------
Den Umgebungen des Königs galt: „das zarte, kleine Abbechen von Savoyenfür einen verschrobenen Kopf, aus welchem all sein Lebenlang nichts werdenwürde". Eugens Verlegenheit in der sogenannten großen Welt hielten sie fürBlödigkeit und Geistesarmut. Sie war vielmehr eine Tochter seiner Bescheiden-heit, seiner eigenen Verschiedenheit von diesem bunten, rauschenden Gewirre,— sie ist das Eigentum aller Kinder der Einsamkeit, die besser handeln können,als reden, die eher das Schicksal beugen, als ihren Rücken. — Bald daraufsuchte Eugen um ein erledigtes Dragonerregiment an. Er wurde auf einespöttische Art für immer abgewiesen und ihm bedeutet, der Krieg werde wohlnimmermehr sein Handwerk sein. — „Wohl denn," erwiderte Eugen, „sowill ich nimmermehr, als mit dem Degen in der Faust, als Feind, den BodenFrankreichs betreten. Mir ist nicht bange um einen andern Herrn, sorgt nurihr, denjenigen zu finden, der einst mir gegenüberstehen dürfe!"Im Februar 1683 verließ Eugen Paris, in der Gesellschaft der Prinzen vonConti, um unter dem kaiserlichen Heere Dienste zu nehmen. Auf der Reisetraf sie ein Befehl des Königs, nach Frankreich zurückzukehren. Seine Ge-fährten gehorchten, erbittert erklärte Eugen, daß er sich auf ewig von Frank-reich losgerissen achte. Er kam im Mai zu Wien an. Kaiser Leopold empfingihn mit Achtung, ernannte ihn zum Obersten und hieß ihn zur Armee desHerzogs Karl von Lothringen abgehen, welche von dem übermächtigen tür-kischen Heere des Großveziers Kara Mustapha bis nach Raab zurückge-drückt war. — —
Bei dem Treffen vor Ofen ward ihm, dem Jüngling, dem Anfänger in derKriegskunst, die Ehre zugeschieden, das Lager mit geringer Mannschaft imgleichen Augenblick gegen die feindlichen Streifkorps und gegen alle Aus-fälle der zahlreichen Besatzung zu decken, während das christliche Heerdurch einen Seitenmarsch die Hauptarmee des Großveziers abhielt, ihren Glau-bensgenossen zu Hilfe zu kommen, welche sich in dieser Hauptstadt der Königevon Ungarn mit verzweifelter Hartnäckigkeit verteidigten.Dreiundachtzig Jahre nachdem Wladislav, zu Ungarn und Polen König, beiVarna wider Amurath II. Krone und Leben verloren, hatte sich dasselbe Schau-spiel erneuert. Ludwig II. fiel durch dieselben Fehler wie sein Großoheim beiMohacz (29. August 1526) gegen Suleymann II. In demselben Monat, abererst nach hunderteinundsechzig Jahren, wurde der Schatten des erschlagenenKönigs an den Türken gerächt. Am 12. August 1687 erfochten der Herzog vonLothringen, der Markgraf Ludwig von Baden und der Kurfürst von Bayernbei eben dem Mohacz einen vollkommenen Sieg. Lange und wütend wider-standen die Türken, in größter Gefahr war das kaiserliche Fußvolk. Eugengab der Schlacht eine andere Gestalt, indem er die türkische Reiterei, ihrerzehnfachen Überlegenheit ohngeachtet, warf, dann in die dichtgedrängteOrdnung der Janitscharen einbrach und die unordentlich Fliehenden bis in
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