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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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fang ist zu schön, warum stehenbleiben? Ich bin ein alter Mann mit vielenWunden, möchte mich gerne diese Nacht noch in Wien pflegen." Alles, was auchweit von ihm war, stürmte in innerm Drange nach derselben Richtung, undzwar ohne ferneren Streit; denn der Großvezier, außer aller Möglichkeit, mitdem geschlagenen Heere das Treffen wieder zu erneuern, behielt kaum Zeitgenug, die heilige Fahne unter einer Flut unmännlicher Tränen und Ver-wünschungen aus seinem verlassenen Gezelt mitzunehmen und den Trümmernseines Heeres nachzueilen, das über den Wienerberg bis hinter Raab floh,50 Stunden in einem fort, ohne Essen und Trinken. Nur die Dunkelheit unddie äußerste Ermattung des christlichen Heeres rettete sie vor gänzlicher Ver-nichtung. (Joseph Freiherr von Hormayr, Österreichischer Plutarch, 1807/1814.)

PRINZ EUGEN

Der uredlen Abstammung von dem großen Wittekind, welcher dreißig Jahrelang die Freiheit und die Götter seiner Sachsen wider Karl den Großen ver-teidigt, rühmt sich das herzogliche Haus von Savoyen.--------

Eugen Moritz von Savoyen, französischer Generallieutenant, Gouverneur vonChampagne und Generaloberster der sämtlichen Schweizerregimenter, hinter-ließ bei seinem Tode (7. Juni 1673) von Olympia Mancia, Nichte des furcht-baren Kardinals Mazarin, zwei unverheiratet verstorbene Töchter, Johannaund Louise. Aus seinen fünf Söhnen, Ludwig Thomas, Ludwig Julius, Philipp,Emanuel und Franz Eugen, war der letzte, unser Held, der jüngste.Zehn Jahre zählte er, als sein Vater starb. Schon dieser hatte ihm, zumalmit Rücksicht auf seine ungemein schwächliche Leibesbeschaffenheit, dengeistlichen Stand zugedacht. Durch eine Pfründe zu Reims sollte für seinenstandesmäßigen Unterhalt gesorgt werden. Seine Neigung zum Kriege waraber schon in seinen frühesten Knabenjahren entschieden. Mit seinem Zeit-genossen, der im Norden nicht weniger große und unglaubliche Dinge tatals Eugen im Süden, mit Karl XII., hatte er die Lieblingslektüre gemein: desgroßen Alexanders Leben, durch Curtius beschrieben. Seine Mutter Olympiabeherrschte durch ihre Reize und die Anmut ihres Umgangs Ludwig XIV.auf kurze Zeit ebenso unumschränkt, als weiland ihr Oheim Mazarin zwanzigJahre lang durch das Übergewicht seines durchdringenden Geistes und seinerallen Umständen trotzenden Festigkeit; aber bald schwang sich die Her-zogin von Lavaliiere, Franziska le Blanc de la Baume, an ihre Stelle. Olympiarächte sich durch eine Satire, in welcher sie dem König seine Schwäche, ihrersiegenden Nebenbuhlerin einige bisher unbekannte Liebesabenteuer vorwarf.Es war vorauszusehen, daß wenigstens das Letztere nicht ungestraft bleibenwerde. Eugens Mutter wurde aus dem Königreich verbannt und ging nachBrüssel. Dies war der erste Grund seiner Erbitterung gegen den König undgegen Frankreich, welches er überhaupt, seiner Abkunft und der Leiden seinesHauses eingedenk, sich nie entschließen konnte, für sein Vaterland anzusehen.Dazu kam, daß er, der ausgebreiteten und tiefen Kenntnisse ungeachtet, dieer sich von allen Teilen der Kriegswissenschaft durch mehrjähriges Studiumerworben hatte, es gleichwohl nicht dahin bringen konnte, eine subalterne

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