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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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Sklaven, 30000 an der Zahl, auch die Weiber und Kinder niedersäbeln. JedenAugenblick durchkreuzte in seiner Seele ein Plan, ein Entschluß den anderen,keiner wurde ausgeführt, hiermit nur unvermeidliche Verwirrung. In derLeopoldskapelle hörte Sobiesky die Messe des gleich einem Heiligen verehrtenKapuziners, Pater Marcus Avianus, empfing den Leib des Herrn, schlugdarauf am Eingange seinen Sohn zum Ritter, schwang sich zu Roß und sprachvor die Fahnen hinsprengend also:Der zahlreiche Feind hier unten ist euchbereits längst bekannt, und zwar aus Siegen. Ihr seid eingeweiht zu einemheiligen Krieg, wo selbst überwunden zu werden rühmlich und zu fallen eineHimmelskrone ist. Nicht mehr für euren König, für Gott selber streitet ihr.Seine Allmacht hat euch ohne Kampf diese unwegsamen Höhen heraufge-führt, hat euch den halben Sieg schon itzt in die Hände gegeben. Nun, da sieeuch schon über ihren Häuptern erblicken, verkriechen sich die Feinde inTäler und Schluchten, als in ihre künftigen Gräber. Nur ein Befehl sei euchhiermit für heute gegeben: wo ihr immer euren König sehen werdet, da folgetihm herzhaft 1"

Des Heeres lautes Freudengeschrei verhallte unter dem Schmettern und Wir-beln der Trompeten, Heerpauken und Trommeln, und wie auf dies Signalhörte man schon das Feuern vom Wässer her, längs dem linken Flügel.Um 8 Uhr attackierte Kaprara das stark besetzte Nußdorf, Leslie warf schleu-nig Batterien auf, die Feinde zu beschießen, welche hier und in Heiligenstadtmit großer Macht sich auf das allerhartnäckigste verteidigten. Häuser, Gärten,Keller, Wasserleitungen, Mauertrümmer mußten einzeln nach langer Gegen-wehr mit vielem Blutvergießen genommen werden. Endlich gewann manbeide Orte gegen 12 Uhr mit Sturm. Um dieselbe Zeit drangen die Polen mithellen Haufen aus dem Tale von Dornbach gegen Währing heraus, und aufsie warf sich nun der Großvezier mit seiner ganzen Macht, erfuhr aber hierkein besseres Schicksal. Die vordringenden Polen fanden außerhalb der Wal-dung eine große, wohlbesetzte Schanze. Vergeblich wurde sie von vorne mehr-mals gestürmt. Sie fiel erst, als General Dünewald ihr mit seinem und demStyrumschen Regiment in den Rücken kam. Die Feinde flohen. Ein HaufenUlanen verfolgte sie mit äußerster Wut und richtete kein geringes Blutbadunter ihnen an, sah sich aber auf einmal von allen Seiten eingeschlossen. Einguter Teil wurde zusammengehauen, da eilte der König mit deutschem Fuß-volk unter Waldeck und Rabatta zu Hilfe, schlug die Türken aus ihren beidenSchanzen auf dieser Seite hinaus und drang bis hart an ihr Lager vor.Auch nach der Überwältigung der Defileen von Nußdorf und Heiligenstadthatte der Herzog von Lothringen noch einen harten Stand an der sogenanntenTürkenschanze, in welcher sich mehrere Paschen mit den besten Völkernwütend verteidigten. Endlich wurde auch diese gegen 5 Uhr abends von denabgesessenen sächsischen Dragonern unter dem Befehl des Prinzen Louisvon Baden erstiegen, und man näherte sich nun im Sturmmarsch dem feind-lichen Lager in der Roßau.

Der anfängliche Plan war gewesen, die Feinde am ersten Tage nur bis in ihrLager zurückzuschlagen, am zweiten mit der Besatzung vereinigt dasselbezu stürmen. Da rief zuerst der siebzigjährige Feldmarschall Goltz:Der An-

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