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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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dies Land, wenn es den Herrn fürchtet und wenn seine Inwohner die Tugendlieben. Gott hat den Deutschen Stärke und Mut gegeben, und es reget sichein edles Blut in ihren Adern, ihre Aufrichtigkeit ist ungefärbet und ihr Herzund Mund stimmen zusammen.

Was ist edler als die deutsche Freiheit, und sagte nicht jener tapfere Fürstrecht, Deutschland sei ein freies Reich und billig das freieste auf der Welt?Ich weiß, einige Klugdünkende werden meiner allhier spotten. Ihr hoch-fliegender Verstand ist dahin kommen, daß sie die Religion für einen Zaumdes Pöbels und die Freiheit für eine Einbildung der Einfältigen halten. Baldsagen sie, es habe der Kaiser die Stände unterdrücket, bald wollen sie uns be-reden, daß die Stände selbst ihre Untertanen mit einer harten Dienstbarkeitbeschweren. Solche Leute soll man billig fliehen und hassen, gleichwie die,so die Brunnen vergiften. Denn sie wollen die Brunnquell gemeiner Ruheverderben und die Zufriedenheit der Gemüter verstören, gleichwie die, soschreckliche Dinge aussprengen und dadurch die Herzen der Menschen ängsti-gen. Sie sind denen gleich, so einen Gesunden bereden, daß er krank sei undverursachen dadurch, daß er sich lege. Anstatt daß sie unsre Wunden mit öllindern sollten, so reiben sie solche mit Salz und Essig. Aber wir sind gott-lob noch nicht so unglücklich, und unser Kleinod ist noch nicht verloren,unsre Krone ist noch nicht von uns genommen, aber unsre Wohlfahrt stehtin unsern Händen. Ich habe allezeit dafür gehalten und bin noch nicht davonzu bringen, daß das deutsche Reich wohl geordnet und in unser Macht, glück-selig zu sein. Die Majestät unseres Kaisers und der Nation Hoheit wird vonallen Völkern annoch erkennet, bei Konzilien, bei Versammlungen wird ihmund seinen Botschaftern der Vorzug nicht gestritten. Er ist das weltlicheHaupt der Christenheit und der allgemeinen Kirche Vorsteher. So groß nun

des Kaisers Majestät, so gelind und süß ist seine Regierung.-------

Ist nicht die Menge der fürstlichen Höfe ein herrliches Mittel, dadurch sichso viele Leute hervortun können, so sonst im Staube liegen müßten? Woein ohnbeschränktes Haupt, da sind nur wenige der Regierung teilhaftig,deren Gnade die anderen alle leben müssen, da bei uns hingegen, wo Höfe,allda auch hohe Bediente seien, so etlicher Maßen denen königlichen selbstan die Seite treten dürfen und ganz eine andere Figur in der Welt machenals die, so in Namen bloßer Untertanen sprechen. Daher dann abzunehmen,daß diejenigen, so dafür halten, die deutsche Freiheit beruhe nur in wenigen,denen die übrigen dienen müssen, und betreffe also die Untertanen nicht, auchzu weit in ihrer Meinung gehen. Denn wo ist ein Land in der Welt, da so vielnicht nur fürstliche, sondern auch gräfliche Häuser, die von hohen Potentatennicht in Freiheit, sondern nur in Macht unterschieden? Wo ist der Adel aus-erwählter und glücklicher als in Deutschland? Es ist wahr, daß ein jeder Edel-mann in Polen könne König werden; aber es ist nicht mehr als ein König inPolen. In Deutschland können so viele hohe Stifter, so viel fürstliche Abteien,so viel reiche Prälaturen einen Untertan zum Fürsten oder Stand des Reichsoder sonst großen Herren machen, und die Fremden, so von uns sonst nichtzum besten reden, müssen die Schultern ziehen, so oft sie nur an diesen Punktgedenken.

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