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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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in die Sachsen mit solchem Ungestüm, daß ihre Glieder sich trennten und Ver-wirrung das ganze Heer ergriff. Der Kurfürst selbst besann sich erst in Eilen-burg wieder, wenige Regimenter hielten noch eine Zeitlang auf dem Schlacht-felde stand und retteten durch ihren männlichen Widerstand die Ehre derSachsen. Kaum sah man diese in Unordnung geraten, so stürzten die Kroatenzur Plünderung, und Eilboten wurden schon abgefertigt, die Zeitung desSieges zu München und Wien zu verkündigen.

Auf den rechten Flügel der Schweden stürzte sich Graf Pappenheim mit derganzen Stärke seiner Reiterei, aber ohne ihn zum Wanken zu bringen. Hierkommandierte der König selbst, und unter ihm der General Banner. Sieben-mal erneuerte Pappenheim seinen Angriff, und siebenmal schlug man ihnzurück. Er entfloh mit einem großen Verluste und überließ das Schlacht-feld dem Sieger.

Unterdessen hatte Tilly den Überrest der Sachsen niedergeworfen und brachnunmehr in den linken Flügel der Schweden mit seinen siegenden Truppen.Diesem Flügel hatte der König, sobald sich die Verwirrung unter dem Säch-sischen Heere entdeckte, mit schneller Besonnenheit drei Regimenter zur Ver-stärkung gesendet, um die Flanke zu decken, welche die Flucht der Sachsenentblößte. Gustav Hörn, der hier das Kommando führte, leistete den feind-lichen Kürassiers einen herzhaften Widerstand, den die Verteilung des Fuß-volks zwischen den Schwadronen nicht wenig unterstützte. Schon fing derFeind an, zu ermatten, als Gustav Adolf erschien, dem Treffen den Ausschlagzu geben. Der linke Flügel der Kaiserlichen war geschlagen, und seine Truppen,die jetzt keinen Feind mehr hatten, konnten anderswo besser gebraucht wer-den. -------Er schwenkte sich also mit seinem rechten Flügel und dem Haupt-korps zur Linken und griff die Hügel an, auf welche das feindliche Geschützgepflanzt war. In kurzer Zeit war es in seinen Händen, und der Feind mußtejetzt das Feuer seiner eigenen Kanonen erfahren.

Auf seiner Flanke das Feuer des Geschützes, von vorne den fürchterlichenAndrang der Schweden, trennte sich das nie überwundene Heer. SchnellerRückzug war alles, was dem Tilly nun übrigblieb, aber der Rückzug selbstmußte mitten durch den Feind genommen werden. Verwirrung ergriff jetztdie ganze Armee, vier Regimenter ausgenommen, grauer versuchter Soldaten,welche nie von einem Schlachtfelde geflohen waren und es auch jetzt nichtwollten. In geschlossenen Gliedern drangen sie mitten durch die siegendeArmee und erreichten fechtend ein kleines Gehölz, wo sie aufs neue Frontgegen die Schweden machten und bis zur einbrechenden Nacht, bis sie auf600 geschmolzen waren, Widerstand leisteten. Mit ihnen entfloh der ganzeRest des Tillyschen Heers, und die Schlacht war entschieden.Mitten unter Verwundeten und Toten warf Gustav Adolf sich nieder, und dieerste feurigste Siegesfreude ergoß sich in einem glühenden Gebete. Den flüch-tigen Feind ließ er, soweit das tiefe Dunkel der Nacht es verstattete, durch seineReiterei verfolgen. Das Geläute der Sturmglocken brachte in allen umliegen-den Dörfern das Landvolk in Bewegung, und verloren war der Unglückliche,der dem ergrimmten Bauer in die Hände fiel. Mit dem übrigen Heere lagertesich der König zwischen dem Schlachtfeld und Leipzig, da es nicht möglich

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