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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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Mitte kommandierte der Oberste Teufel, auf dem linken Flügel Gustav Hörn,der König selbst auf dem rechten, dem Grafen Pappenheim gegenüber.Die Sachsen standen durch einen breiten Zwischenraum von den Schwedengetrennt, eine Veranstaltung Gustavs, welche der Ausgang rechtfertigte. DenPlan der Schlachtordnung hatte der Kurfürst selbst mit seinem Feldmarschallentworfen, und der König sich bloß begnügt, ihn zu genehmigen. Sorgfältig,scheint es, wollte er die schwedische Tapferkeit von der sächsischen absondern,und das Glück vermengte sie nicht.

Unter den Anhöhen gegen Abend breitete sich der Feind aus in einer langenunübersehbaren Linie, welche weit genug reichte, das schwedische Heer zuüberflügeln, das Fußvolk in große Bataillons abgeteilt, die Reiterei in ebenso-große unbehilfliche Schwadronen. Sein Geschütz hatte er hinter sich auf denAnhöhen, und so stand er unter dem Gebiet seiner eigenen Kugeln, die überihn hinweg ihren Bogen machten. Aus dieser Stellung des Geschützes, wennanders dieser ganzen Nachricht zu trauen ist, sollte man beinahe schließen,daß Tillys Absicht vielmehr gewesen sei, den Feind zu erwarten als anzugreifen,da diese Anordnung es ihm unmöglich machte, in die feindlichen Glieder ein-zubrechen, ohne sich in das Feuer seiner eigenen Kanonen zu stürzen. Tillyselbst befehligte das Mittel, Pappenheim den linken Flügel, den rechten derGraf von Fürstenberg. Sämtliche Truppen des Kaisers und der Liga betrugenan diesem Tage nicht über 3435000 Mann; von gleicher Stärke war dievereinigte Armee der Schweden und Sachsen.

Aber wäre auch eine Million der andern gegenübergestanden es hätte diesenTag blutiger, nicht wichtiger, nicht entscheidender machen können. DieserTag war es, um dessentwillen Gustav das Baltische Meer durchschiffte, aufentlegener Erde der Gefahr nachjagte, Krone und Leben dem untreuen Glückanvertraute. Die zwei größten Heerführer ihrer Zeit, beide bis hierher un-überwunden, sollten jetzt in einem lange vermiedenen Kampfe miteinanderihre letzte Probe bestehen, einer von beiden muß seinen Ruhm auf demSchlachtfelde zurücklassen. Beide Hälften von Deutschland haben mit Furchtund Zittern diesen Tag herannahen sehen, bang erwartete die ganze Mit-welt den Ausschlag desselben, und die späte Nachwelt wird ihn segnen oderbeweinen.

Die Entschlossenheit, welche den Grafen Tilly sonst nie verließ, fehlte ihman diesem Tage. Kein fester Vorsatz, mit dem König zu schlagen, ebenso-wenig Standhaftigkeit, es zu vermeiden. Wider seinen Willen riß ihn Pappen-heim dahin. Nie gefühlte Zweifel kämpften in seiner Brust, schwarze Ahn-dungen umwölbten seine immer freie Stirne. Der Geist von Magdeburg schienüber ihm zu schweben.

Ein zweistündiges Kanonenfeuer eröffnete die Schlacht. Der Wind wehte vonAbend und trieb aus dem frisch beackerten ausgedörrten Gefilde dicke Wolkenvon Staub und Pulverrauch den Schweden entgegen. Dies bewog den König, sichunvermerkt gegen Norden zu schwenken, und die Schnelligkeit, mit der solchesausgeführt war, ließ dem Feinde nicht Zeit, es zu verhindern.Endlich verließ Tilly seine Hügel und wagte den ersten Angriff auf die Schwe-den, aber von der Heftigkeit ihres Feuers wendete er sich zur Rechten und fiel

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