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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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zwei Soldaten stritten, wessen Gefangener er sei, bot vergebens eine großeLösungsumme: er ward von einem derselben grausam hingerichtet, der Un-glücklichste an diesem unglücklichen Tage, dessen Urheber er gewesen.Mehr als fünftausend venetianischen Fußvolkes waren erschlagen und ge-fangen und vierhundert von der schweren Reiterei. Die Sieger haben vier-undzwanzig große Stückbüchsen erobert, und alle Kriegsfahnen des Feindes,wovon Frundsberg etliche in den Pfarrkirchen zu Mündelheim aufhängte.(Karl Ludwig von Woltmann, Ritter Georg von Frundsberg, 1809.)

DENKEN UND HANDELN KARLS V.

Wenn die alte Sage ihre Helden schildert, gedenkt sie zuweilen auch solcher,die erst eine lange Jugend hindurch untätig zu Hause sitzen, aber alsdann,nachdem sie sich einmal erhoben, nie wieder ruhn, sondern in unermüdlicherFreudigkeit von Unternehmung zu Unternehmung fortgehn. Erst die gesam-melte Kraft findet die Laufbahn, die ihr angemessen ist.

Man wird Karl V. mit einer solchen Natur vergleichen können. Bereits inseinem sechzehnten Jahre war er zur Regierung berufen, doch fehlte viel,daß er in seiner Entwicklung dahin gewesen wäre, sie zu übernehmen. Langewar man versucht, einen Spottnamen, den sein Vater gehabt, weil er seinenRäten zu viel glaubte, auch auf ihn zu übertragen. Sein Schild führte dasWort:Noch nicht!" Selbst während seine Heere Italien unterwarfen undwiederholte Siege über die tapfersten Feinde davontrugen, hielt man ihn, derindes ruhig in Spanien saß, für unteilnehmend, schwach und abhängig. Manhielt ihn so lange dafür, bis er im Jahre 1529, im dreißigsten seines Lebens,in Italien erschien.

Wieviel anders zeigte er sich da, als man erwartete! Wie zuerst so ganz seineigen und vollkommen entschieden! Sein geheimer Rat hatte nicht gewollt,daß er nach Italien ginge, hatte ihn vor Johann Andrea Doria gewarnt und ihmGenua verdächtig gemacht. Man erstaunte, daß er dennoch nach Italien ging,daß er grade auf Doria sein Vertrauen setzte, daß er dabei blieb, in Genuaans Land steigen zu wollen. So war er durchaus. Man nahm keinen über-wiegenden Einfluß eines Ministers wahr, an ihm selber fand man weder Leiden-schaft noch Übereilung, sondern all seine Entschlüsse waren gereift, es war

alles überlegt sein erstes Wort war sein letztes.-------

Von dem an begann er seine Unterhandlungen persönlich zu leiten, seineHeere selber anzuführen; er fing an, von Land zu Land und immer dahin zueilen, wo das Bedürfnis und die Lage der Geschäfte seine Gegenwart erforderten.Wir sehen ihn bald in Rom sich bei den Kardinälen über die unversöhnlicheFeindschaft Franz I. beklagen, bald in Paris die Gunst der Estampes suchenund gewinnen, bald in Deutschland dem Reichstage Vorsitzen, um die religiöseEntzweiung beizulegen, bald in den kastilischen Cortes bemüht, sich die Auf-lage des Servicio stimmen zu lassen. Dies sind friedliche Bemühungen, öfteraber steht er an der Spitze seiner Heere. Er dringt über die Alpen in Frank-reich vor und überschwemmt die Provence, er setzt Paris von der Marne ausin Schrecken. Dann kehrt er um nach Osten und Süden. Den Siegeslauf

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