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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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luke ging und, an das Sturmgerät gelehnt, den Stand der Dinge und was sichetwa tun lasse, zu überblicken suchte, war eine Notschlange eben dahin ge-richtet worden und traf nur allzugut; die Werkzeuge der Verteidigung wurdenauseinandergeworfen, Sickingen selbst gegen einen spitzen Balken geschleu-dert und in der Seite tödlich verwundet.

Das ganze Haus war zerschossen; in dem einzigen Burggewölbe, das sich ge-halten, lag der Hauptmann ohne Hoffnung; Hilfe wollte nicht erscheinen.Wo sind nun meine Herren und Freunde, sagte Sickingen, die mir so viel zu-gesagt? wo ist Fürstenberg? wo bleiben die Schweizer? die Straßburger? Ermußte sich entschließen, zu kapitulieren.

Die Fürsten wollten ihm keinen freien Abzug zugestehen, worauf er der Sittegemäß angetragen; er sagte, ich will nicht lange ihr Gefangener sein. Kaumhatte er noch Kräfte, die Artikel zu unterschreiben, in seinem Burggewölbelag er im Sterben, als die Fürsten daselbst eintraten.

Der Kurfürst von Trier sagte: weß hast du mich geziehen, Franz, daß du michund meine armen Leute im Stifte überfielst? Und mich, fügte der Landgrafhinzu, daß du mein Land in meinen unmündigen Jahren überzogst? Sickingenerwiderte: ich habe jetzt einem größeren Herrn Rede zu stehen.Sein Kaplan Nikolaus fragte ihn, ob er zu beichten verlange. Er antwortete:ich habe Gott in meinem Herzen gebeichtet.

Der Kaplan rief ihm Worte des letzten Trostes zu und hob die Hostie empor.Die Fürsten entblößten ihr Haupt und knieten nieder: in diesem Augenblickeverschied Sickingen. (Leopold von Ranke, Deutsche Geschichte im Zeitalterder Reformation, 1839/1847.)

DEUTSCHE LANDSKNECHTE IM KAMPFE GEGEN VENEDIG

Fünfhundert Schritte von Alvianos viereckter Schlachtordnung am FlusseBachilion mußten sich die ermüdeten Spanier und Deutschen lagern. In ihrenRücken, auf ihre Seiten waren Venetianische Unterbefehlshaber mit vierTausend Mann, fünfhundert Pferden und zahlreichen Scharen des Landvolksgezogen, hatten alle Straßen abgegraben; an den Bergen, bei den Eingängender Täler und am Übergange des Wassers Trupps ausgestellt. Von vorn schlugununterbrochen das schwere Geschütz Alvianos auf sie ein, wenn sie Zelteaufrichten oder einen Platz zum Lager nur auswählen wollten. Ein solcherRegen von Pfeilen traf sie von vorn und von den Seiten, daß sich ganze Reihendes Fußvolkes platt an die Erde legen und die Reiter sich hinter Gesträuchenund Bäumen oder in Niederungen verbergen mußten. Dazu kam, daß allerGetreidevorrat schon vor zwei Tagen aufgezehrt war und das Heer sich einzigvom Fleische des zusammengetriebenen Viehs ernährte.

Indem keine Hoffnung, keine Munterheit, nichts von der alten Tapferkeitdie Soldaten und Anführer belebte, ließ zuerst Frundsberg seinen noch frischenMut hervorbrechen. Alviano schickte ihm einen Trompeter mit dem Antrage:Sollte er mit den nackten deutschen Landsknechten die Wehr niederlegen, soWürde man sie mit weißen Stäben aus dem Lande gehen lassen. Darauf ant-wortete der Ritter: er habe nackte Knaben, wenn aber jeglicher derselben

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