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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
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und dürren Reben auf dem Frohnhofe errichten. Da war alles Volk versam-melt und die Edelfrauen mit ihren Edelfräulein, von deren Schönheit der jungeFürst soviel gehört, alle auf das Schönste und Zierlichste geschmückt. AlsPhilipp in den strahlenden Kreis trat, fiel sein Auge auf eine junge Ulmerin,die hier bei ihren Verwandten zum Besuch war, Susanna Neidhardt. Er führtesie zum Holzstoß und reichte ihr die Fackel, um ihn anzuzünden, wonach ereinenlustigen und artlichen Tanz" mit ihr eröffnete ,,beim hellen Schall derTrommeten und Zinken, da auch die kupferne Heertrommel darein geklun-gen".

Zum letztenmal war Maximilian der Greis im Jahre 1518 in Augsburg beiGelegenheit des bekannten Reichstages, auf welchem Luthers Disputationmit dem Kardinal Gaetano stattfand. Huldvoll wohnt er hier noch einemGeschlechtertanze bei. Da müssen auf seinen Wunsch die Jungfrauen paar-weise tanzen, weil es die Kavaliere nicht zierlich genug gemacht. Dann miß-fallen ihm die Schleier, mit welchen damals die zur Begleitung der jungenMädchen erscheinenden Frauen nach morgenländischer Sitte das ganze Ge-sicht verhüllt trugen. Als gelte es die wichtigste Staatsangelegenheit, läßt ersie durch den Kardinal Mathäus Lang wie durch einen diplomatischen Unter-händler ersuchen, solche unschöne Hülle ihm zuliebe künftig nicht mehr zutragen. Hatte er,seiner Demut nach gütig und freundlich, in Gebühr" ge-beten,da er solches doch wohl in Kraft seiner kaiserlichen Majestät gebietenmögen", so ward ihm auchauf der Herrn Bürgermeister kurzes Bedenken",die man bei einer Sache so allgemeinen Interesses nicht umgehen durfte, insonderer Ehrerbietung willfähriger Bescheid. Ebenso zeremoniös lassen ihmdie Damen durch Conrad Peutinger entgegnen: sie seien dessen wohl zufrie-den, wollen auch solcher Hauptzierde ihrer Majestät zu gnädigstem Gefallenhinfüro willig und gern entraten. Worauf sie bei der nächsten feierlichen Ge-legenheit zur größten Verwunderung des gemeinen Volkes unverschleiert inihren goldenen Haarhauben erschienen. Als nun die Abschiedsstunde kam,scheint es dem Kaiser nicht ganz leicht geworden zu sein, als hätte ihn eineAhnung beschlichen, daß er zum letztenmal in seiner Lieblingsstadt war.Nicht ohne Rührung können wir lesen, wie bei der Rennsäule auf dem Lech-felde Maximilian sich noch einmal umgewandt, das Kreuz gegen die Stadtgeschlagen und gesprochen:Nun gesegne dich Gott, du liebes Augsburg undalle frommen Bürger darinnen! Wohl haben wir manchen frohen Mut indir gehabt. Nun werden wir dich nicht mehr sehen." Am 12. Januar desfolgenden Jahres starb er zu Wels. (Alfred Woltmann, Holbein und seineZeit, 1866/1868.)

RITTER UND FÜRSTEN

Sickingen wird immer unvergeßlich bleiben, nicht gerade wegen großer Tatenvon nachwirkendem Gehalt, die er ausgeführt, auch nicht wegen einer außer-ordentlichen Tapferkeit, moralisch bedeutender Vorzüge, die er entwickelthatte, sondern wegen der neuen und großartigen Stellung, in die er allmählichgelangte. Was ihn zuerst emporbrachte, war sein Verhältnis zu dem Kur-

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