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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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tümlichkeit, welche der Vertreter der kaiserlichen Macht in den Städten soleicht gewinnen konnte, noch in höherem Grade zu erringen. Mochte dieseabenteuerliche Rittergestalt auch nicht für die veränderten und inhaltschwerenZeiten passen, die einen schärfer ausgeprägten Charakter verlangt hätten,so steht er doch immer würdiger und königlicher als seine Vorgänger da,und wie wenig auch seine halb phantastischen Kriegsunternehmungen gegenaußen vom Glück begünstigt sind, im Innern bringt er es doch zu etwas mehrAnsehen für sich selbst und zu größerer Ordnung im Reich. Er war eine kühne,romantische Erscheinung, hatte Sinn für Wissenschaft und Kunst, wußtebedeutende Leute an sich zu fesseln und gewann durch seine Leutseligkeitdie Herzen des Volkes. Von dem, was er an Kunstschöpfungen in das Lebenrief, mußte hier das Meiste entstehen, obwohl der Kaiser mit dem Bezahlennicht so sehr wie mit dem Bestellen bei der Hand war. Hier lebt Hans Burgk-mair, sein Hof-, Kriegs- und Turniermaler, der ihm die Zeichnungen zu seinemTriumphzug und seiner Lebensbeschreibung in Prosa, demWeißkunig",macht. Hier schneidet ihm Jost Dinecker diese und andere Bilder in Holz.Selbst der Druck seiner poetischen Schöpfung, desTheurdank", wird durchden Augsburger Schönsperger hier begonnen, wenn auch später das Werkzu Nürnberg, wohin unterdes der Drucker verzogen war, erschien. Hier läßter seine metallenen Bildnisse gießen, hier die prächtigen Rüstungen fertigen,die seine besondere Freude sind, seine Juwelen handelt er bei AugsburgerKaufleuten ein. Und selbst für die alte Geschichte der Stadt zeigt er, nament-lich im Verkehr mit Peutinger, ein lebhaftes wissenschaftliches Interesse.Immer von neuem findet er sich hier zu längeren Besuchen ein, wird, wie ge-bräuchlich,von den Bürgermeistern mit großer Ehrerbietung und Unter-tänigkeit empfangen, von den fürnehmsten Herren des Rates in sein bestelltLosament mit großem Frohlocken und Jubilieren des Volks begleitet undstattlich verehret". Als er nun endlich seinem Vater in der Kaiserwürde folgtund drei Jahre darauf, 1496, zu Augsburg von Rat und Gemeine die Huldi-gung entgegennimmt, da wird uns ausdrücklich berichtet, daß die Stadt ihrerkaiserlichen Majestät von derselben Zeit an zu sonderen Gnaden jederzeitwohl befohlen gewesen und sich auch ihrerseits dem Kaiser wiederum inhöchster Untertänigkeit und Gehorsam stets bereitwillig habe erfinden lassen.Mit seiner zweiten Gemahlin Maria Blanka von Mailand residiert er öfters

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Durch den häufigen Besuch des Kaisers geht es denn in Augsburg nochfestlicher und fröhlicher zu als sonst. An ein lustiges Leben war man in derReichsstadt überhaupt gewöhnt. Schon Kaiser Sigismund hatte ihr das Pri-vilegium gewährt, in Kriegs- und Friedenszeiten öffentlich Trompeter undZinkenbläser zu halten. Sie werden häufig benutzt. Da halten vielleicht dieGeschlechter, mit denen von Ulm und Nürnberg vereint, ein glänzendes Tur-nier, wie im Jahre 1458, wo der Einheimischen "73 Mann, der Fremden 107sind. Auf dem Frohnhof ist Platz genug, um sich zu tummeln, und hernachist Alles beim köstlichen Bankett auf der Trinkstube vereint. Dann wird viel-leicht am Dreikönigstage das schaulustige Volk durch ein geistliches SpielO die Domkirche gelockt. Wie die heilige Jungfrau als Kindbetterin nach

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