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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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Schriften und Reden voll. Doch jeden einzelnen Entwurf hält er äußerst ge-heim. Es gibt Vorhaben, die er keinem seiner Räte mitteilt; dann weist er denfremden Gesandtschaften einen Platz an, wo sie nichts erfahren, und von demsie doch nicht weichen sollen; dann schickt er seinen Mundkoch nur eineStunde, ehe er selbst aufbricht, voraus. Wenn er glaubt, man durchschaueihn doch, laufen ihm die Adern am Halse auf, und er stellt sich selbst zornigan; da geschieht es nun freilich, daß die vorliegende Sache ihm unerwartetund nicht in Erwägung gezogene Hindernisse zeigt, wenn er sie unternimmt.Indes, da er immer andere Entwürfe hat, die alle zu demselben Ziele führen,vergißt er leicht, was ihm mißlingt. Er ist auch hier wie ein Jäger, der etwaeinen sehr steilen Berg hinan will, bald da, bald dort, und, wenn es nichtgehen will, ohne große Bekümmernis einen andern und wieder einen andernWeg versucht, noch ist es früh am Tage, allmählich kommt er höher empor:und er ist nur besorgt, dem Tiere seine Spur zu verbergen.Im März 1495 kam Maximilian auf den Reichstag zu Worms. Er erschienin seiner ganzen Ritterlichkeit, als er selber einem Franzosen, der alle Deut-schen herauszufordern gekommen, an den Schild schlug und ihn besiegte.Er zeigte sich in dem vollen Glänze seiner Krone, wenn er auf offenem Platzezwischen den Erzbischöfen, seinen Kanzlern saß. Dann saß ihm der Pfalz-graf rechts und hielt ihm den Apfel, links stand der Herzog von Sachsen undhielt sein Schwert, vor seinem Angesicht stand der Gesandte von Branden-burg mit dem Szepter, hinter ihm statt Böhmens der Erbschenk von Limburgmit der Krone und nun die übrigen 40 Fürsten, 67 Grafen und Herren, so vielegekommen, die Botschafter der Städte und andere Botschafter, alle in ihrerOrdnung. Dann kam wohl ein Fürst, berannte den königlichen Stuhl mit seinenFahnen und empfing seine Lehen. Da empfand man nicht, daß diese Art derBelehnung gleichsam einen Zwang bedeutete, daß die Insignien der könig-lichen Macht in den Händen der Fürsten lagen. (Leopold von Ranke, Ge-schichten der romanischen und germanischen Völker von 14941514, 1824.)

KAISER UND REICHSSTADT

Die humanistische Richtung findet nun auch vorzugsweise ihre Stütze anKaiser Maximilian, der ein ganz besonderer Freund von Augsburg war undsich in keiner Stadt des Reiches so gern aufhielt wie hier. Er war eine po-puläre Gestalt, seit er zum erstenmal seinen Einzug als römischer König ge-halten. Es war am 23. April 1473 abends spät und unter starkem Regen, daritt er unter dem seidenen Baldachin neben seinem kaiserlichen Vater einher,ein hochaufgeschossener junger Herr. Schon Friedrich III. liebte die Stadtund war in ihr beliebt; in dieser Zeit der äußersten Verwirrung standen jadie größeren Städte überhaupt am treuesten zu ihm. Nur einmal hatte er zuAugsburg einen Konflikt, als er dort noch gar zu große Zehrungskosten schul-dete und die unbezahlten Handwerker ihm bei der Abreise seine Wagen mitKüchen- und Kammergerät nicht wollten nachfolgen lassen. Im übrigenbessert und mehrt er der Stadt die Privilegien und wird immer gern aufgenom-men. Sein Sohn aber ist durch seine ganze Persönlichkeit befähigt, die Volks-

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