Peter gekrönte und gesalbte, von ihnen selbst akklamierte, friedestiftendeAugustus mit Krone, Szepter und Reichsapfel. (Ferdinand Gregorovius, Ge-schichte der Stadt Rom im Mittelalter, 1859/1872.)
MAXIMILIAN
Maximilian war ein Fürst, von dem wir zwar viele Bildnisse haben, doch so,daß selten eines dem andern gleicht; so unbefangen und ganz ergab er sich denDingen, so wenig herrschte in ihm eine Beschäftigung, eine Neigung vor,ein Fürst, von dem seine Zeitgenossen zwar ausführliche Sittenschilderungen,doch niemand eine genügende Geschichte hinterlassen hat. Seine Seele istlauter Bewegung, Freude an den Dingen und Entwurf. Es gibt kaum etwas,das er nicht kann. In seinen Bergwerken ist er ein guter Schiner, in seiner Rüst-kammer der beste Platner, der andere in neuen Erfindungen zu unterrichtenweiß; die Büchse im Arm, überwindet er seinen besten Schützen Georg Purk-hard; mit dem groben Geschütz, das er bohren gelehrt, das er auf Räder ge-schafft, trifft er meist am nächsten zum Ziel; er befehligt sieben Hauptleutein ihren sieben Sprachen; er wählt und mischt seine Speise, seine Arznei selbst.In Feld und Flur erst befindet er sich wahrhaft wohl. Lauschend reitet er dasGebüsch vorbei, wo er eine Nachtigall schlagen hört, etwa nach den BrabanterForsten, den Eber zu jagen, oder nach dem Tiroler Gebirge, wo er die Stein-böcke, als ihrer durch das Schießgewehr nur noch wenige übriggeblieben,zu schießen verboten hat. Hier läßt er das Pferd hinter sich und steigt ihnendie hohen Felswände empor nach, wo er 400 bis 500 Klafter fallen kann, wenner einmal fehltritt, wo ihn zuweilen, wenn die Fußeisen losgelassen, nur nocheine Staude, ein spitzer Stein errettet hat, wo er einst im Halltale schon dieLawinen hinter sich brausen gehört. Das Volk weiß viel zu erzählen, wieman ihn an großen Seilen aus der Höhe in das Tal gelassen, ja wie ihn, da auchdies unmöglich gewesen, da man ihm aus der Tiefe schon das Kruzifix alszum letzten Gebet entgegengehalten, noch ein Engel von der Martinswand er-rettet habe. Kommt er nun zurück, so bringt ihm sein Vogler alle Arten vonSingvögeln in seine Stube, so daß man kaum sein eigen Wort hört, oder erbesucht einen Diener auf seiner Hochzeit, oder er hört zutraulich die Bittenseiner Untertanen, oder er erzählt seinen Räten, seinen Schreibern eine Ge-schichte, diktiert ihnen ein Stück seiner rätselhaften und fast unergründlichenBücher, eine Notiz in sein Memorienbuch, etwa, wie Priester Lasla die Chro-niken zusammenstimmen solle, eine seiner ganz genauen Instruktionen,zum Beispiel, wie man bei Beutelstein mit einer Notbüchse übereck schießendin die Küche treffen könne, einen Brief. So ist sein Wesen. Doch den Zusam-menhang der Geschichte geht dies minder an. Was sein öffentliches Lebeneigentlich auszeichnet, ist das Vorgefühl von der künftigen Größe seines Hau-ses, das er von seinem Vater geerbt hat, und das rastlose Streben danach,das vom Hause Burgund auf ihn übergegangen ist. Nicht auf das Reich, fürdessen wahre Bedürfnisse er wenig wesentliche Sorgfalt zeigt, auch nicht aufdas Wohl seiner Erblande unmittelbar, sondern auf die Verwirklichung jenerIdee geht seine ganze Politik, gehen alle seine Pläne. Hiervon sind alle seine
so*
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