Zu Versailles spielte der achtjährige Mozart vor dem Könige und dem ganzenHofe die Orgel. In Paris gab er zwei Akademien und ließ auch hier seine erstenKompositionen stechen.
Von Frankreich ging die Familie 1764 nach London, 1765 reiste sie durchFlandern, Brabant und Holland. Von da nach Frankreich zum zweitenmal,Und kehrte dann über Lyon, die Schweiz und Schwaben am Ende des Jahres1766 nach Salzburg zurück. Hier blieb er nun mehr als ein Jahr, verwendetesich auf das höhere Studium der Komposition und wählte die Werke Bachs,Hasses und Händeis zu Führern. 1768 kam er wieder nach Wien, wo Joseph ILihm den Auftrag erteilte, eine Opera buffa, la finta semplice zu schreiben.Sie wurde aber ungeachtet des Beifalls, welchen ihr Hasse schenkte, nichtaufgeführt.
Das folgende Jahr brachte er in Salzburg bei seinem Vater zu und bereitetesich durch Vervollkommnung in der italienischen Sprache zur Reise in dasMutterland der Musik, nach Italien, vor.
Hier suchte er sich durch lebendige Muster zu bilden, durch die Bekanntschaftder vorzüglichsten Komponisten, welche Italien dazumal aufzuweisen hatte.Sein Verdienst ward überall anerkannt. In Mailand erhielt er ein Engagement,für den künftigen Karneval zwei Opern zu komponieren, er schrieb „Mithridat"Und „Sulla"; beide erhielten einstimmigen Beifall. In Rom, wo er die Karwochehindurch war, lieferte er den unumstößlichsten Beweis seines musikalischenGedächtnisses, indem er das berühmte Miserere, welches von niemandem ko-piert werden durfte, nachdem er es das erstemal gehört hatte, zu Hauseniederschrieb und bei der zweiten Exekution ausbesserte und dann einer ver-sammelten Künstlergesellschaft zum allgemeinen Erstaunen auf das Genauestev orspielte.
In Neapel fand er gleich großen Beifall, er mußte seinen Ring ablegen, um seineZuhörer zu überzeugen, daß es hierbei mit rechten Dingen zugehe. Bei seinerRückkehr nach Rom ward er dem Papste vorgestellt, von welchem er das KreuzUnd Breve als Ritter militiae auratae erhielt. In Bologna und Verona erhielte r das Diplom als Musiker und Mitglied der philharmonischen Akademie.Nach einem fünfzehnmonatlichen Aufenthalt in Italien ging Mozart wiederUach Salzburg zurück.
*m Jahre 1781 beginnt seine eigentliche schöpferische Periode, welche er mit>>Idomeneo" anfing, er schrieb diese Oper für das kurfürstliche Hoftheater inMünchen. Aus München ward Mozart durch den Fürsten Erzbischof von Salz-burg nach Wien abberufen, und von dieser Zeit an — es war im 25. Jahre seinesalters — lebte er auch immer in dieser Kaiserstadt. Er verschaffte sich seinenUnterhalt durch Konzerte, Kompositionen und Unterricht im Klavier. Hierw urde er ein Freund des berühmten Ritters Gluck und Joseph Haydns.r 782 schrieb Mozart auf Befehl Kaiser Josephs IL, der deutsche Opern empor-& e bracht wissen wollte, das deutsche Singspiel: Die Entführung aus dem Se-ra ü, welches ungeachtet der vielen blinden Anhänger der italienischen Opergroßen Beifall fand.
Eine dritte große Oper — er hatte während dieser Zeit bereits seine schönstens °naten fürs Fortepiano und Quartetten herausgegeben — war die „Hochzeit
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