des Figaro"; der Haß der italienischen Operisten gegen ihn war so groß, daß erdie Hilfe des Monarchen während der ersten Vorstellung ansuchen mußte,damit sie nicht die Musik durch ihren schlechten und unrichtigen Gesangverunstalteten.
Prag hatte Mozarts Meisterstücke schon lange verehrt, und er genoß hiervielleicht allein des Ruhmes schon in seinem Leben, der dem Unersetzlichennach seinem Tode überall zuteil wurde. Mozart kam im Jahre 1787 das erste-mal nach Prag, wo er vom Opernunternehmer Bondini für das künftige Jahreine italienische Oper zu schreiben engagiert wurde. Es war sein Meisterwerk:Don Juan.
Mozart erhielt öfters Einladungen nach England und wiederholten Ruf anverschiedene auswärtige Höfe; allein er wies alle ab, als ihn Joseph zum kaiser-lichen Kapellmeister ernannte.
Im Jahre 1789 schrieb er: „Cosi fan tutte" und machte eine Reise über Dresdennach Berlin. 1791 schrieb er: „La clemenza di Tito", zum KrönungsfesteLeopolds in Prag und die „Zauberflöte" für das Schikanederische Theaterin Wien und seinen Schwanengesang, das berühmte „Requiem". Die Ver-anlassung zu diesem letzten Werke war sonderbar. Es ward bei ihm ineinem Briefe ohne Unterschrift bestellt und dieser Brief ihm durch einenunbekannten Boten überbracht. Mozart arbeitete an demselben oft in derschrecklichsten, nagendsten Schwermut, mit all der Verzweiflung des mitdem hinwelkenden Körper ohnmächtig ringenden Genies, mit dem Vorgefühlder nahen Auflösung. Mehr als einmal sagte er zu seiner Gattin: „Ichschreibe das Requiem für mich selbst." Oft ängstigte ihn der Wahn, erhabe Gift bekommen. Am Tage seines Todes ließ er sich die Partitur in seinBett bringen. „Hab ich es nicht vorgesagt, dieses Requiem werde das meinigesein?" Eben da sich alle Aussichten eröffneten, sein Leben froh und sorgen-frei zu genießen, ging er dahin. Von einer Gattin, die er sehr liebte, hinter-ließ er zwei Kinder. Gleich nach seinem Tode meldete sich der Bote und ver-langte das Werk, welches er auch erhielt, unvollendet wie es war.Der große Künstler war von Person klein und unansehnlich, in seinen Zügennichts bedeutend als das feurige Auge. Erst nach seinem Tode fühlte man denVerlust, daß er in der schönsten Blüte, daß er im fünfunddreißigsten Jahr seinesAlters den größeren Hoffnungen seiner Freunde und aller Kenner entrissenworden ist. Ein so unerschöpflicher Reichtum an glücklichen, teils anmutigen,teils erhabenen Ideen, eine solche Kraft, das menschliche Gemüt in seinentiefsten Tiefen zu ergreifen und selbst Uneingeweihte zur Kunsthöhe empof-zureißen, eine solche Leichtigkeit endlich, alle Kunstmittel zu verwenden, unddiese Geschicklichkeit, sie jedesmal nur zum höchsten Effekte zu benützen, hatvor Mozart niemand besessen. Sein ergreifender Geist offenbart sich in be-wunderungswürdiger Universalität in den verschiedensten Fächern, von demkleinsten Liedchen an, womit er beim Sonnenuntergang Tränen in die Augenlockte, bis zum furchtbar erhabenen „Don Juan", wo er Akkorde des Welt-gerichts aus dem furchtbaren Lande der Zukunft herüber tönen ließ, von seinerkleinsten Klaviersonate bis zur großen Symphonie aus Cdur, diesem Kanonmusikalischer Kraft und Schönheit.-------Wie er in seinen Opern die höchste
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