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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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das jedermann in Erstaunen setzte. Nach Verlauf einer kleinen halben Stundetrug das Kind diese kaum gehörten Liedchen mit der vollsten Präzision, mitdem angemessensten Ausdrucke vor.

Dabei zeigte er die lebhafteste Einbildungskraft und das feinste Gefühl, erweinte bittere Tränen, wenn man ihm seine herzliche Frage, ob man ihn liebe,verneinte. In seinem sechsten Jahre komponierte er schon kleine Stücke,welche dann sein Vater in Noten setzte. Einst überraschte ihn sein Vater miteinem guten Freunde, gerade als er Noten schrieb; der Vater fragte ihn, waser denn mache? Ein Konzert fürs Klavier, antwortete Wolf gang. Sein Vaterdurchsah es nun, fand zu seiner nicht geringen Freude, daß alles richtig nachden Regeln der Tonkunst gesetzt war, und setzte lächelnd bei:Nur schade,daß man es nicht brauchen kann, weil es so schwer ist, daß es sich nicht spielenläßt."Dafür ists auch ein Konzert", erwiderte der kleine Wolfgang mitUnwillen,man muß so lange exerzieren, bis man es herausbringt. Sehen Sie,so muß es gehen."

Nun fing das Kind an, es zu spielen, und die alten Künstler erreichten nur mitMühe seine Gedankenfolge.

Um diese Zeit war er schon so weit, daß er sich auch im Auslande mit Er-folg hören ließ.

München bestimmte sein Vater zum Orte, wo sein Sohn den ersten Beifalleinernten sollte. Es war im Jahre 1762, wo er vor dem Kurfürsten, beklatscht,bewundert ein Konzert spielte. Im nämlichen Jahre ward er auch samt seinerSchwester dem kaiserlichen Hofe zu Wien vorgestellt.

Kaiser Franz I. fand vorzüglich viel Wohlgefallen an dem kleinen Hexen-meister, wie er ihn nannte, und scherzte nach seiner angeborenen Leutseligkeitoft und gerne mit ihm. Mozart zeigte dabei immer des Künstlers Selbstgefühl,

von Ruhmredigkeit und Verlegenheit gleich weit entfernt.--------Das Kind

geizte nur nach dem Lobe der Kenner, vor Großen spielte er meistens Tände-leien und Tänze und mag in dem einen und andern so ziemlich recht darangewesen sein. So fragte Mozart, als er ein Konzert vor Franz I. spielensollte, die Umstehenden:Ist Herr Wagenseil nicht hier? der versteht es."Wagenseil kam, und der kleine Virtuose sagte:Ich spiele ein Konzert vonIhnen, Sie müssen mir umwenden."

Bisher hatte Mozart noch kein anderes Instrument als das Klavier gespielt,und sein Vater erteilte ihm auch noch keine Anweisung auf der Violine, dem-ohngeachtet spielte Mozart, als Wenzel seine von ihm komponierten Quar-tette versuchen wollte, die Sekunde sehr brav und selbst die Prim, ohne jezu stocken, wiewohl mit vielen unrichtigen Fingersätzen.Mozart hatte bei allen Talenten auch sehr vielen Fleiß, man mußte ihn oftmit Gewalt vom Klavier ziehen; er spielte fast täglich tief in die Nacht hinein.Er begriff auch sonst sehr leicht und brachte es vorzüglich im Rechnen zu einergroßen Fertigkeit; er sprach Italienisch, Französisch und Englisch nebst seinerMuttersprache, und später lernte er soviel Latein, als ihm zum Verstehen desKirchengesanges nötig war.

1763 machte der alte Mozart mit seinen Kindern die erste größere musikalischeReise in Deutschland und Frankreich.

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