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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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drängt gesehen eine Begebenheit, die sich in Paris immerfort wiederholenwird.

Wie der Italiener mit dem Gesang, so verfuhr der Deutsche mit der Instru-mentalmusik. Er betrachtete sie auch eine Zeitlang als eine besondere, fürsich bestehende Kunst, vervollkommnete ihr Technisches und übte sie, fastohne weitern Bezug auf Gemütskräfte, lebhaft aus, da sie denn bei einer demDeutschen wohl gemäßen, tiefern Behandlung der Harmonie zu einem hohen,für alle Völker musterhaften Grade gelangt ist. (Goethe, Rameaus Neffe, 1805.)

HÄNDEL

Georg Friedrich Händel war ein Deutscher, 1685 zu Halle geboren. In seinerzartesten Kindheit meldeten sich schon seine großen Anlagen zur Tonkunst,die nach geringer Unterweisung auf Klavier und Orgel sich dergestalt aus-zeichneten, daß er in Weißenfels, wohin bald sein Vater ging, sodann in Halle,Berlin, Hamburg bemerkt und als Kind schon bewundert wurde. Er bildetesich unter Zachau, Buononcini, Agnello. Kaum fünfzehn Jahre alt, warder in Hamburg Direktor des Orchesters der Oper und komponierte eine ,,A1-meria", eineFlorinde", ging nach Italien, wo in Florenz, Venedig, Rom, NeapelStücke von ihm mit Beifall gegeben wurden, und die berühmte SängerinVittoria sich in ihn verliebte. Er kam zurück, trat zu Hannover in kurfürst-liche Dienste, ging über Düsseldorf, Holland nach England, wo er im glänzend-sten Zeitraum der Königin Anna mit einer Bewunderung empfangen ward,die ihn stolz und, wie die Briten sagen, oft hart und eigensinnig machte. Erhatte das Glück, für den Utrechter Frieden das Te Deum zu komponieren,gewann die Gunst des Adels, bald auch des Königs, schrieb prächtige Opernund war eine Zeitlang der Gott der musikalischen Bühne. Die Streitigkeitenund Parteien, die sich zwischen ihm und Buononcini, nachher mit Senesino,dann mit Porpora und Farinelli erhoben, über die man auch Swifts Sarkasmenkennt, brachten ihn nicht nur aus der Gunst der Großen, sondern auch um einenTeil seines Vermögens und seiner Gesundheit. Diese stellte ihm Aachen wiederher, und Drydens,, Alexanders Fest", das er nach seiner Rückkehr gab, schaffteihm nicht nur die Gunst der Nation wieder (1736), sondern ward auch einGrundstein seines bleibenden Ruhmes: denn seine Opern und Sonaten sindverhallet. Sein Alexandersfest dauert.

Den zweiten Grundstein legten die Oratorios, die er in Gang brachte, weil ersie, wie sein Lebensbeschreiber sagt,dem angebornen Ernst der Engländersehr angemessen erachtete". Sie sollten als dramatische Gespräche in Opern-pracht aufgeführt werden; dies ward aber, weil ihr Inhalt biblische Geschichtewar, verboten. Ein glückliches Verbot, auch für die Kunst: denn nachhinkendder Oper hätte die Cantate ihren eigentümlichen Charakter nie gewonnen, undschwerlich erschienen wäre sodann HändeisMessias". Dies große Stück,auf einfachen biblischen Worten beruhend, ist wert zu dauern, so lang eineSaite gerührt, ein Instrument angehaucht wird. Kalt ward es zuerst in Lon-don, desto wärmer 1741 in Dublin empfangen; seit 1743 ist es in London undüberall die dauernde Trommete von Händeis Ruhm geworden und geblieben.

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