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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
Seite
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hören, wenn er die Werke des Aristoteles und Plato leichten Tafeln vergleicht,die eben, weil sie aus keiner tüchtigen, gehaltvollen Masse bestünden, aufder Zeitflut gar wohl zu uns herüber geschwemmt werden können. Im zweitenTeil sind unerfreulich seine Forderungen, die alle nur nach der Breite gehen,seine Methode, die nicht konstruktiv ist, sich nicht in sich selbst schließt,nicht einmal auf ein Ziel hinweist, sondern zum Vereinzeln Anlaß gibt. Höchsterfreulich hingegen ist sein Aufregen, Aufmuntern und Verheißen.Aus dem Erfreulichen ist sein Ruf entstanden; denn wer läßt sich nicht gerndie Mängel vergangener Zeiten vorerzählen? Wer vertraut nicht auf sich selbst,wer hofft nicht auf die Nachwelt? Das Unerfreuliche dagegen wird zwar vonEinsichtsvolleren bemerkt, aber wie billig geschont und verziehen.Aus dieser Betrachtung getrauen wir uns das Rätsel aufzulösen, daß Bacoso viel von sich reden machen konnte, ohne zu wirken, ja, daß seine Wirkungmehr schädlich als nützlich gewesen. Denn da seine Methode, insofern manihm eine zuschreiben kann, höchst peinlich ist, so entstand weder um ihn,noch um seinen Nachlaß eine Schule. Es mußten und konnten also wiedervorzügliche Menschen auftreten, die ihr Zeitalter zu konsequenteren Natur-ansichten emporhoben und alle Wissens- und Fassungslustigen um sichversammelten.

Da er übrigens die Menschen an die Erfahrung hinwies, so gerieten die sichselbst überlassenen ins Weite, in eine grenzenlose Empirie; sie empfandendabei eine solche Methodenscheu, daß sie Unordnung und Wust als das wahreElement ansahen, in welchem das Wissen einzig gedeihen könne. Es sei unserlaubt, nach unserer Art das Gesagte in einem Gleichnis zu wiederholen.Baco gleicht einem Manne, der die Unregelmäßigkeit, Unzulänglichkeit,Baufälligkeit eines alten Gebäudes recht wohl einsieht und solche den Be-wohnern deutlich zu machen weiß. Er rät ihnen, es zu verlassen, Grund undBoden, Materialien und alles Zubehör zu verschmähen, einen andern Bau-platz zu suchen und ein neues Gebäude zu errichten. Er ist ein trefflicherRedner und Überreder; er rüttelt an einigen Mauern, sie fallen ein, und dieBewohner sind genötigt, teilweise auszuziehen. Er deutet auf neue Plätze;man fängt an zu ebnen, und doch ist es überall zu enge. Er legt neue Rissevor, sie sind nicht deutlich, nicht einladend. Hauptsächlich aber spricht ervon neuen, unbekannten Materialien, und nun ist der Welt gedient. Die Mengezerstreut sich nach allen Himmelsgegenden und bringt unendlich Einzelneszurück, indessen zu Hause neue Pläne, neue Tätigkeiten, Ansiedelungen dieBürger beschäftigen und die Aufmerksamkeit verschlingen.Mit allem diesem und durch alles dieses bleiben die Baconischen Schriftenein großer Schatz für die Nachwelt, besonders wenn der Mann nicht mehrunmittelbar, sondern historisch auf uns wirken wird, welches nun bald mög-lich sein sollte, da sich zwischen ihn und uns schon einige Jahrhunderte ge-stellt haben. --------

Und sollten wir einen Blick auf das sechzehnte Jahrhundert zurückwerfen,s o würden wir seine beiden Hälften voneinander deutlich unterschiedenfinden. In der ersten zeigt sich eine hohe Bildung, die aus Gründlichkeit,Gewissenhaftigkeit, Gebundenheit und Ernst hervortritt. Sie ruht auf der

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