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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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derung mitgeteilt. Und alles, was er hatte und wußte, teilte er, wie wahrhaftreiche Naturen immer tun, ohne den geringsten Rückhalt mit und schenkteseine größten Erfindungen umsonst weg. Endlich aber wird auch die tiefsteQuelle seines Wesens namhaft gemacht; ein fast nervös zu nennendes höchstsympathisches Mitleben an und in allen Dingen. Beim Anblick prächtigerBäume und Erntefelder mußte er weinen; schöne, würdevolle Greise verehrteer als eineWonne der Natur" und konnte sie nicht genug betrachten; auch Tierevon vollkommener Bildung genossen sein Wohlwollen, weil sie von der Naturbesonders begnadigt seien; mehr als einmal, wenn er krank war, hat ihn derAnblick einer schönen Gegend gesund gemacht. Kein Wunder, wenn die,welche ihn in so rätselhaft innigem Verkehr mit der Außenwelt kennen-lernten, ihm auch die Gabe der Vorahnung zuschrieben. Eine blutige Krisisdes Hauses Este, das Schicksal von Florenz und das der Päpste auf eine langeReihe von Jahren hinaus soll er richtig geweissagt haben, wie ihm denn auchder Blick ins Innere des Menschen, die Physiognomik, jeden Moment zu Ge-bote stand. Es versteht sich von selbst, daß eine höchst intensive Willens-kraft diese ganze Persönlichkeit durchdrang und zusammenhielt; wie dieGrößten der Renaissance, sagte auch er:Die Menschen können von sich ausalles, sobald sie wollen." (Jakob Burckhardt, Die Kultur der Renaissancein Italien, 1860.)

ANTIKE UND NATUR BEI MANTEGNA

Ein vorzüglicher Maler jener Zeit, Francesco Squarcione, gewinnt untervielen Schülern den jungen, früh sich auszeichnenden Mantegna lieb, daßer ihm nicht allein den treuesten und entschiedensten Unterricht gönnt,sondern ihn sogar an Kindesstatt annimmt und also mit ihm, für und durchihn fortwirken zu wollen erklärt.

Als aber endlich dieser herangebildete glückliche Zögling mit der FamilieBeilin bekannt wird und sie an ihm gleichfalls den Künstler wie den Menschenanzuerkennen und zu schätzen weiß, in solchem Grade, daß ihm eine TochterJakobs, die Schwester von Johann und Gentile, angetraut wird, da verwan-delt sich die eifersüchtige Neigung des ersten väterlichen Meisters in einengrenzenlosen Haß, sein Beistand in Verfolgung, sein Lob in Schmähungen.Nun gehörte aber Squarcione zu den Künstlern, denen im fünfzehnten Jahr-hundert der hohe Wert antiker Kunst aufgegangen war; er selbst arbeitete indiesem Sinne nach Vermögen und säumte nicht, seine Schüler unverrückt dahin2 u weisen. Es sei sehr töricht, war sein Behaupten, das Schöne, Hohe, Herr-sche mit eigenen Augen in der Natur suchen, es mit eigenen Kräften ihr ab-6 e winnen zu wollen, da unsere großen griechischen Vorfahren sich schonlängst des Edelsten und des Darstellenswertesten bemächtigt und wir alsoa us ihren Schmelzöfen schon das geläuterte Gold erhalten könnten, das wirau s Schutt und Grus der Natur nur mühselig ausklaubend als kümmerlichenGewinn eines vergeudeten Lebens bedauern müssen.

«» diesem Sinne hatte sich denn der hohe Geist des talentvollsten JünglingsUnablässig gehalten, zur Freude seines Meisters und eignen großen Ehren.

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