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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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Ausdehnung von Amerika über Europa nach China in dem wunderbarstenEinverständnis der Tat und der Lehre. Aus ihren Schulen rekrutierten siemit weiser Auswahl ihren Orden. Gegen die Lutheraner predigten sie mitzerstörendem Eifer und suchten die grausamste Vertilgung dieser Ketzer alseigentlicher Genossen des Teufels zur dringendsten Pflicht der katholischenChristenheit zu machen. Ihnen allein hatten die katholischen Staaten undinsonderheit der päpstliche Stuhl ihr langes Überleben der Reformationzu danken gehabt, und wer weiß, wie alt die Welt noch aussehen würde,wenn nicht schwache Obere, Eifersucht der Fürsten und anderen geistlichenOrden, Hofintriguen und andere sonderbare Umstände ihren kühnen Laufunterbrochen und mit ihnen diese letzte Schutzwehr der katholischen Ver-fassung beinahe vernichtet hätten. Jetzt schläft er, dieser furchtbare Orden,in armseliger Gestalt an den Grenzen von Europa, vielleicht daß er von dahersich, wie das Volk, das ihn beschützt, mit neuer Gewalt einst über seine alteHeimat, vielleicht unter anderem Namen, verbreitet. (Novalis, Die Christen-heit oder Europa, I799-)

NEUE ART DER RECHTGLÄUBIGKEIT

Der Kampf gegen die Reformation hatte den Katholizismus in sich gefestigt.Aller Streit der Meinungen verflüchtete sich ins Lager der Gegner, diesezerklüftend und schwächend, während Rom die Einheit des Glaubens mitkonzentrierten Kräften in seinem Gebiete festhielt. Ihm mußte der Pro-testantismus durch seine Anziehungskraft für die gegen die Kirche wie untersich streitlustigen Geister als Mittel zur Klärung des eigenen Besitzstandeserscheinen. Die Macht des Papsttums über die katholischen Völker und Für-sten erreichte, gestützt durch die weltkluge, opferbegeisterte Taktik der Je-suiten, wieder eine Höhe, wie nur selten zuvor. Und Macht ist das beste Agi-tationsmittel der Welt. Nach und nach begann der Rückzug der durch dasGezänk der protestantischen Theologen Erschreckten und Angewiderten inden sicheren Hafen eines festen, zweifellosen, unerschütterlichen Dogmen-glaubens. Die Grenzen des Gebietes, welches zu Anfang des Jahrhundertsder Protestantismus schnell im Fluge erobert hatte, wurden schrittweise durchden Jesuitismus eingeengt. Schon empfand man in Rom das Vorgefühl end-lichen Sieges, schon schliff man, selbst weltlich ohnmächtig, doch stark durchden Einfluß der katholischen Geister, die Waffen zum letzten großen Schlagegegen die protestantischen Mächte.

Auf die Zeit innerer Klärung folgte nun die Periode stolzen Selbstgefühls,ruhmbewußter Größe, auf die Zeit der mühevollen Durchbildung des klerikalenRegimentes der Triumph desselben zu geistlicher wie weltlicher Herrlichkeitund Pracht, wie sie sich namentlich unter Paul V. (Borghese, 16051621),also zu jener Zeit ausbildete, da in Deutschland der lang vorbereitete Kampfzunächst anscheinend mit der Vernichtung der protestantischen Gegner an-gehoben hatte. St. Peter wurde nach Madernas Umbau neu geweiht, undzwar in dem Jahre der Schlacht bei Lutter am Barenberge und der Eroberungganz Norddeutschlands durch Tilly und Wallenstein 1

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