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3 (1926) Die Neuzeit im deutschen Bereich
Entstehung
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falsch hieltend, als ein Bruder erkennen wolltend, sie müßtend selbst nit vielvon ihrer Lehr halten."

Düster gestimmt verließ der Landgraf Marburg noch vor Melanchthon undLuthern. War unter den Gottesgelehrten die Eintracht nicht herzustellen,so wurde eine engere Verbindung der Regierungen um so nötiger. Darüberpflog er auch mit Zwingli, mit Sturm, mit einigen ihrer Begleiter vielfachenRat. Über die religiösen und wissenschaftlichen Folgen des Gespräches nurdieses noch:

Gewinn davon zogen nur die Gegner der Streitenden. Gerechtfertigt in vollemMaße schien nun ihr Haß der Reform. Da habt ihr hieß es -, die Folgen desLosreißens der Kinder von der ewigen Mutter. Gegen sich selbst kehren sienun die so gepriesenen, erst gegen uns ergriffenen Waffen des Geistes. Welchebleiben ihnen gegen uns für die Zukunft noch übrig, als eiserne? Zu diesenwollten nun freilich weder Luther noch Melanchthon die Zuflucht nehmen.Zwingli aber wagte es und unterlag. (J. J. Hottinger, Huldreich Zwingliund seine Zeit, 1842.)

ZWINGLIS TOD

Nach kurzem Kampfe, nach wütendem Handgemenge am Ende hatte wohldie Hälfte der auf dem Wahlplatz befindlichen Züricher mit ihrem Blute be-zahlt, ein Viertel derselben entweder sogleich oder später an seinen Wundendas Leben eingebüßt. Zwingli selbst, in dem Augenblicke, wo er einem anseiner Seite Sinkenden zusprach, von einem geworfenen Steine so heftig ver-wundet, daß der als Siegeszeichen nach Luzern gebrachte Helm die Spurzeigte, sank nieder, worauf er noch mehrere Stiche in die Schenkel erhielt.,,Den Leib können sie töten, die Seele nicht." Dies sollen seine letzten Wortegewesen sein. In seiner Nähe lagen noch achtzehn andre der Ausgezeichnet-sten des geistlichen Standes. Unter diesen Diebold von Geroldseck, der denReformator einst nach Einsiedeln berufen, Wolf gang Joner, Abt zu Kappel,der Comthur Conrad Schmid mitten unter 39 Männern von Küßnacht. Ausdem kleinen Rate waren sieben, aus dem großen neunzehn gefallen. Ohne diesenoch fünfundsechzig Bürger der Hauptstadt, von Winterthur elf; vierhundertu nd zehn Männer von der Landschaft. Behauptet wurde das Panner durchSchweizer bis zum Tode, gerettet durch Hans Kambli, Adam Näf und UlrichDenzler unter Wunden und mit der rühmlichsten Anstrengung. Entschiedenwar mit Anbruch der Nacht der Sieg der Katholischen. Sie ließen ab vomVerfolgen, sammelten sich auf den Matten bei Hausen und knieten niederzum Dankgebet. Viele begannen hierauf mit Fackeln in den Händen dasSchlachtfeld zu durchsuchen, in ungleicher Absicht, diese um die Kleiderund Waffen der Gefallenen sich anzueignen, jene von Rachsucht oder Fana-tismus entflammt, persönlich verhaßte Verwundete noch vollends zu töten;viele aber auch edleren Sinnes, um zu trösten und Hilfe zu bringen, wo esnoch möglich war.-------Auch auf Zwingli trafen einige derer, die das Schlacht-feld durchsuchten. Er lag mit dem Gesichte zur Erde gekehrt. Umgewendet,ward er wie andre aufgefordert, zu beichten. Wiederholt verneinend schüttelte