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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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361
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§. 106.

7. Einsamkeit.

Die Einsamkeit dient 1. dazn, daß wir uns zu »nsern öffentli-chen Geschäften vorbereitcn; 2. daß wir in unser Inneres einkehrenund uns selbst prüfen; 3. daß wir manche Uebung in der Andacht, inBetrachtungen, in Vorsätzen . . . anstelle«.

§. 107.

8. Zweckmäßige Tagesordnung.

1. Man wende die erste Zeit nach dem Erwachen zu einer stillenGcistessammlung, zum kindlich frohen Gebete an. Ist denn, fragtGellert in seinen moralischen Vorlesungen, das Gesetz, der Bildungund Pflegung seines Herzens und der Erbauung die beste balbe Stun-de des heitern Morgens (und der stillen Nacht) zu schenken, ein sostrenges Gesetz? . . . . 2. Dann entwerfe man einen Plan inBetreff der Hauptgeschäfte des Tages. 3. Von Zeit zu Zeit sammleman sich bei den Geschäften und Zerstreuungen des Tages, und er-hebe sein Herz zu Gott. 4. Das Ende des Tages benutze man zneiner neuen Geistessammlung und zum Gebete.

2. Geistige Tugendmittel.

§. 108.

1. Betrachtungen.

Durch religiöse Betrachtungen werden uns 1. die Vorstellungendes Guten immer geläufiger und wirksamer; 2. die Uebungen inder Selbstbeherrschung, in der Geistessammlung immer leichter undsüßer; 3. die Aussprüche des Gewissens immer vernehmlicher unddeutlicher; 4. die heilsamsten Gefühle und Bestrebungen immer wirk-samer und kräftiger. Man betrachte daher insbesondere oft die Voll-kommenheiten Gottes, die Bestimmung des Menschen, die Würde undWichtigkeit der Tugend ....

§. 109.

2. Gebete.

Noch mehr befestigen wir uns im Guten durch Gebete; indem wir1. dadurch uns mehrerer Gnaden theilhaftig machen, und indem 2. un-sere ganze Seele den höchsten Schwung im Gebete nimmt.

?. 110 .

3. Erneuerungen des Tugendvorsatzes und das Festhal-ten heilsamer Grundsätze.

Je öfterer, ernstlicher das Verlangen, gut zu werden und zubleiben, erneuert wird; je lebendiger heilsame Grundsätze unsererSeele immer vorschwcben: desto kräftiger wird der Wille in der Aus-führung des Tugendvorsatzes; desto leichter wird cs uns, die cntge-genstrcbenden Neigungen zu überwinden und zu besiegen.