.",62
s. in.
4. Wachsamkeit über sich selbst.
DaS Böse schleicht nach und »ach und Mvermerkt in's Herz; dasGute nimmt nach und nach und unvermerkt in uns ab. Wir müssenalso stets über uns wachen, müssen stets gleich der ersten Reize zumBösen uns bewußt werden, damit wir ihnen entgegenwirken, so wieder ersten Abnahme im Guten, damit wir dieselbe gleich ersetzen können.
§. 112 .
5. Selbstprüfnngen.
Durch die Sclbstprnfung wird man 1. die vorhandenen Fehlerund Scbwächcn gewahr und so znr Tilgung derselben aufgefordert;wird man 2. mit dem Gefühle der Selbstbeschämnng, der Reue, dcSVertrauens auf Gott . . . erfüllt; wird man 3. in der Gcistessaimn-lung und Selbstbeherrschung gestärkt und gckräftigt.
§. 113.
6. Stete Anwcndnng der Glaubens- und Sittenlchrenauf das praktische Leben.
Nnr dadurch, daß wir keine Religionscrkenntniß unbenutzt undtodt liegen lassen; daß wir die Glaubens- und Sittenlchren mit un-ser!» ganzen Leben, mit unfern Vorstellungen, Gefühlen, Handlun-gen, Unterlanungcii, Arbeiten, Erholungen, Leiden und Freudenverbinden, und der erkannten Wahrheit stets gemäß bandeln, nurdadurch gewinnen wir immer mehr Licht, Kraft, Gnade zum Guten,und erreichen eine böhcre, festere, wirksamere, allgemeinere Fertigkeitim ßstitcn; denn wer hat, dem wird gegeben werden, wer aber nichthat (das Wenige, was er hat, nicht benutzt), dem wird auch dasgenommen werden, was er bat.