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gionSunterricht in den drei ober« Klassen k. Gymna-sien, zugleich zum Gebrauche für gebildete Leser über-haupt. Paderborn und Arnsberg, bei Joseph Wesener1827 (insofern in diesem Handbuche die Vernunft moral inVerbindung mit der christlichen dargestcllt ist). Was übrigens nochzur weitern philosophischen Begründung und Rechtfertigung der ein-zelnen Pflichten gehört, darüber mündlich.
Tugendmittellehre.
§. 93.
ll e b e r s i ch t.
Tie Lehre von den allgemeinen Mitteln, welche auf die Tugendüberhaupt, auf die Tugendhaftigkeit, Einfluß haben, heißt Tugend-mittellehre (Ascetik). Die Tugendmittel sind entweder solche,die mit etwas Aeußerm (Sinnlichem) verbunden sind — sinnlicheTugendmittel, oder nichtsinnliche, geistige Tugendmittel. Diesinnlichen sind thcils gegebene, und zwar gegebene 1. in der Fa-milie, 2. in der Kirche, 3. im Staate, 4. in der Natur, 5.inden Schicksalen ganzer Völker und einzelner Menschen, 6. inandern zufälligen Dingen; theils sind sie gewählte, undhierhin gehören: 1. das Fasten und die Enthaltsamkeit von gewissenerlaubten Dinge»; 2. Abhärtung des Körpers; 3. Reisen;
4. Umgang mit guten Menschen und mit guten Büchern,die oft die Stelle des Umganges mit Menschen vertreten müssen,und in gewissen Hinsichten sogar mit größer,» Nutzen vertreten;
5. Benutzung der guten und schlechten Beispiele Anderer;
6. Gebrauch der Bilder; 7. Einsamkeit; 8. zweckmäßige Ta-gesordnung. — Zu den geistigen Tugcndmitteln gehören 1. Be-trachtungen; 2. Gebete; 3. Erneuerungen des Tugend-vorsatzes und das Festhalten heilsamer Grundsätze; 4.Wachsamkeit über sich selbst; 5. Sclbstprüfungen; 6.stete Anwendung der Glaubens- und Sittenlchren aufdas praktische Leben.
1. Sinnliche Tugendmittel.
tt. Gegebene.
§. 94.
1. In der Familie.
Im Familienkreise, im Zusammenleben der Aeltern, Kinder,Brüder, Schwestern... werden uns die ersten Tugendmittel dargebotcn.Denn der Gehorsam der Kinder gegen die Äelteru, die wechselsei-tige, von der Natur begründete, vorzügliche Liebe der Aeltern undKinder, und der Geschwister gegen einander, die gemeinschaftlicheTheil nähme an Familienleiden und Familienfreudcn sind die er-sten Schulen, worin sich die allgemeine Menschenliebe, die