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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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streuet den Gram, die Vorurtheilc und Jrrthümcr, und belebt so inu»S die Liebe zur Wahrheit, Weisheit »nd Tugend. Die Bücher,die wir lesen, befördern allmählig gewisse Gedankenreibcn, weckenbestimmte Arten von Gefühlen, und ziehen nach und nach zu gewissenGesinnungen und Handlungsweisen hin, und so können gute Bücherden ganzen Charakter mit der Zeit veredlen, schlechte aber ihn, bei-nahe ehe man es merkt, ganz verderben. Gute Bücher sind uns ingewissen Hiiisickten besser, als der Umgang mit Menschen; denns. die Bücher können wir stets nach unserer Willkühr um Rath fra-gen ; b. die Bücher (gute nämlich) reden stets von wichtigen Dingen

und im Zusammenhänge.

Wie viele Menschen sind durch das Lesen guter Bücher erleuchtet,getröstet, ermnthigt, gebessert, und zu wichtigen Entschließungengebracht! Siehe Gellerts zehnte Vorlesung in dem Werke:Morali-sche Vorlesungen."

8- 104.

5. Benutzung der guten und schlechten BeispieleAnderer.

a. Die guten Beispiele Anderer stellen die Tugend sichtbar dar,machen unter nicht selten höchst rührenden Umständen das Mitgefühl(so wie den Nachahmungstrieb) in »ns rege, und mit demselben denfesten Vorsatz, mit allem Eifer sittlick gut zu handeln.

b. Die schlechten Beispiele sind entweder 1. abschreckend,oder 2. anlockend. Sind sie abschreckend, so suche man sies. gehörig wahrzunehmen, und sie in ihrer ganzen Häßlichkeit zu be-trachten : b. man erinnere sich oft Hiera»; c. man erwäge, wie derLasterhafte nur nach und nach so tief fallen konnte.

2. Sind sie verführerisch, so weiche man ».ihnen nach Mög-lichkeit ans, und verweile so wenig, als möglich, bei ihrer Betrach-tung. b. Man suche gleich die schändliche und schädliche Seite dieserschlechten Beispiele auf. e. Aus dem Guten, was etwa noch mit demBösen verbunden ist, suche man zu lernen und zweckmäßige Regelnherzuleiteu.

105.

6. Gebrauch der Bilder.

Bilder erinnern uns 1. an merkwürdige Personen und Begeben-heiten, und wecken manchen heilsamen Vorsatz; 2. sie bringen die er-habensten Wahrheiten der Religion zur lebhaften Anschauung, »ndsteigern hiedurch die religiösen Gefühle zur h. Flamme. Oft wirkendie Eindrücke durch's Auge schneller und kräftiger, als die Eindrückedurch's Gehör. Beim Worte, was wir hören, muß erst die Einbil-dungskraft das hinzusctzen, was im Bilde, welches wir sehen, schongegeben ist. Die Bilder beleben 3. das Gefühl für Schönbcit, Ord-nung und Würde.