lässige Erkenntnis) erworben; so hat er sich dessen «»geachtet auch a»die Offenbarung ;n halten, und derselben unbedingt zn folgen.Denn 1. auch die Offenbarung ist eine hinlänglich be>vährtc Wahr-heit, die also eben deswegen nicht verschmähet werden darf. DerPhilosoph hat also hier auf einem doppelten Wege Ueberzeugung, !und darf wenigsiens nicht die Offenbarung, die ja auch eine Erkemit-uißqiicllc ist, verachten.
2. Wie Manches ist in der Offenbarung enthalten, was in denKreis der menschlichen Vernunft nicht fällt, was also mir auf das :Ansehen der höchsten Vernunft geglaubt werden kann und lünß! >
3. Es gibt Stunde», worin selbst der tiefste Denker zum abstrak-ten Denken'nicht aufgelegt ist; wo er also des Ansehens der Offen- !barung als der entscheidenden Anctorität bedarf.
4. Wer gibt dein Philosophen das Recht, die Offenbarung ge-ring zu achten, ebne welche das Menschengeschlecht gar nicht erzo-gen, lind einzelne fähige Subjekte, also auch er, gar nicht zum phi- 'losophischen Studium batten fähig gemacht werden könnenL
* Fehler qeqen die bisher besprochene Pflicht sind: I. I»bisserentis- i
mus, Unglaube, Scepticisnius, Aberglaube. s
Zweiter Abschnitt.
N)ie fick die Achtung und Liebe gegen Gott in Rücksichtauf unsere Gefühle beweisen müsse.
§. 86 .
1. Die Gefühle der Achtung gegen Gott sind insbesondere1) das Gefühl der Ehrfurcht vor Gott, 2) der Anbetung Gvt- !teS und der damit verbundenen Vcrd em ü thigung vor Gott, 3) derFurcht Gottes.
2. Die Gefühle der Liebe gegen Gott sind 1)das Gefühl der iDankbarkeit für die Liebe Gottes und die daraus fließenden Gna- 'den; 2) der Bewunderung, Lobpreisung der Allvollkommen-heit Gottes; Z) des Verlangens nachGott, dem letzten Ziele der >vernünftigen 'Wesen; 4) der Hoffnung und des Vertrauensauf Gott, der jenen, die ihn lieben. Alles zum Besten leitet, und deraus allem diesen hervorgehenden Ergebung in den Willen Gottesund Zufriedenheit mit allen seinen Anordnungen und Zulas-sungen.
3. Alle Gefühle der Achtung und Liebe Gottes vereinigen sichund stellen sich dar im Gebete. Es ist der Weisheit und Liebe Got-tes nicht zuwider, sondern ganz gemäß, daß er an das Gebet (als ian eine Bedingung) die Ertheilung gewisser Gnaden gebunden hat;wir Menschen sind der Gnaden Gottes immer bedürftig, und durch dasGebet werden wir stets geübt in der Anerkennung unserer Hülfsbe-dürftigkcit und Abhängigkeit von Gott, in dem Vertrauen auf Gott,
in dem wirksamen Verlangen nach den wahren Gütern (nach Gottse-ligkeit und Tugend), und in dem thätigcn Gebrauche der uns gegebe-nen Kräfte. Was die einzelnen Gnaden selbst angeht, um welche wir ^