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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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! Furcht Gorres, daS reine Verlangen nach Gott, und die reine Furcht

j vor der Trennung von ihm ein höchst edler, ja (wie schon bei dem ersten

, Moralprincipe bewiesen ist) ein durchaus notbwendiger Beweg-

grund des sittlichen Handelns ist. Dem wahrhaft sittlich Guten istGott also das Eine Nothwendige und Höchste, um welches sich. Alles drehen, von welchem Alles ausgehen, und nach dem Alles hin-streben soll.

§. 50 .

II. Beweggründe der reinen Selbstliebe (der Achtung

.und Liebe der Menschenwürde in uns).

Wer deswegen bandelt, um glückselig zu werden, um Ruheund Zufriedenheit des Herzens, Gesundheit des Körpers, Ehre undVermögen zu erreichen, thut dieses entweder bloß aus Rücksicht aufdiese Vorthcile (dann wäre er sogar fähig, unsittliche Handlungenals Mittel dazu anzuwcndcn); oder er thut es nur in so weit, alskeine Pflicht dabei verletzt wird, also aus wohl geordneter, demGrade der Güter angemessener, von der Vernunft nicht mißbilligterLiebe (und dann ist dieses Handeln weise, in keinem Falle unsittlich);^ oder gar deswegen, weil die wahre Weisheit, die Vernunft, (selbst die^ Urvcrnunft) fordert, dasjenige zu thun, was an sich recht ist, undwahre Gemüthsriche, wahre Güter zu verschaffen an sich fähig isti (wenn aucb wegen zufälliger Umstände einige gute Folgen verhindertwerden sollten). Dieses letztere Handeln ist reine Selbstliebe,ist Achtung der Vernunft, die das wahre, fortdauernde Gutdem falschen, vorüberschwebenden, traurige Folgen nach sich ziehen-den Gute vorznziehen verpflichtet, ja ist Achtung der höchsten Ver-nunft selbst, Achtung, Liebe Gottes. So ist es auch an sich recht^ und dem Willen Gottes gemäß, nach der ewigen Seligkeit, als einem

! wahren, als dem höchsten Gute für uns, zu streben, und die ewige

! Strafe, als ein wahres, als das höchste Uebel für uns, zu fürchten,

i Sieht man aber hievon weg, daß es an sich recht ist, nach der ewi-

gen Seligkeit in Gott am meisten, nach den andern Gütern (Ge-müthsruhc, Ehre, Gesundheit, Vermögen) auf eine der Wichtigkeitdes Guts angemessene Weise zu streben; und trachtet man nach diesenGütern bloß, insofern sie uns in einen angenehmen Zustand versetzen:so ist dieses Streben, dieses Handeln zwar eine Aeußernng derSelbstliebe, aber noch nicht der reinen Selbstliebe, es ist mit-hin noch kein sittlich gutes, aus der Achtung der Menschen-würde hervorgehendes Handeln.

§. 51 .

III. Beweggründe der reinen Nächstenliebe (der Ach-tung und Liebe der Menschenwürde in Andern).

Das Wohlgefallen an der Würde, an dem wesentlichen Guteunsers Nächsten und dem mit demselben Harmonirenden, an seinerwahren Glückseligkeit, die Achtung, Liebe seiner vernünftigen Natur,und das hieraus hervorgehende Handeln, wobei wir unfern Nächstengar nicht als ein Mittel für unsere Glückseligkeit betrachten, nnd garnicht an den durch dieses Wohlgefallen erzeugten angenelMen Zustand