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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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de in mir achte und liebe, und die reine Nächstenliebe, inso-fern ich die menschliche Würde im Andern liebe, ist in Wahrbeitein edler Beweggrund unsers sittlichen Handelns. Da mm die Ach-tung und Liebe Gottes (der Nrvernunft) ebenfalls ein edler, undzwar der edelste Beweggrund der sittlichen Handlung ist, so könnenwir hier drei besondere Classen unterscheiden: I. Beweggründeder reinen Selbstliebe, II. Beweggründe der reinenNächstenliebe, HI. Beweggründe der reinen Gotteslic-be; (und da vbne den sittlichen Beweggrund gar keine sittliche Hand-lung möglich ist, so können wir selbst die sittlich guten Handlungen,sowohl die vflichtmäßigcn, als die räthlichen, ,d. i. die (vollkommenenund unvollkommenen) Pflichten eintheilen in Pflichten der Lie-be I. gegen Gott, II. gegen uns selbst, III. gegen An-dere).

§. 49.

I. Beweggründe der (reinen) Achtung und Liebe derUrvernunft (Gottes).

Man kann bandeln 1. aus Achtung und Liebe gegen Gott, alsdas allcrvollkommenste Wesen, weil cs an sich recht, ver-nünftig ist, das Allervollkommenste am meisten zu lieben; 2. ausAchtung und Liebe gegen Gott, als das letzte Ziel aller vernünf-tigen Wesen, weil es an sich recht ist, nach diesem unbedingten Zielezu streben; 3. aus Achtung und Liebe gegen Gott, der die reinsteLiebe gegen uns, gegen alle erschaffene Wesen ist, weil cs an sichreckt ist, (mit reiner dankbarer Liebe) die vollkommenste und reinsteLiebe anzuerkennen, sich darüber zu freuen, und dieser Freude gemäßzu handeln: 4. aus Achtung nnd Liebe gegen Gott, mit dem alleWesen als Geschöpfe, als von ihm abhängige Wesen inder innigsten Verbindung stehen, weil es an sich rechtist, diesen Verhältnissen gemäß zu handeln; 5. ans Achtung und Lie-be gegen Gott, sofern er insbesondere als heiligster Gesetzgeberzu betrachten ist (dessen Wille, dessen Gesetze lauterWeisheit, Heiligkeit, Gerechtigkeit sind), weil es an sichrecht ist, dem heiligste», selbst durch Strafen die Notwendigkeit nnd Un-verletzlichkeit der Gesetze darstellenden Willen Gottes zu gehorsamen;6. aus Achtung und Liebe gegen Gott, als das Ideal, das Mu-ster aller Heiligkeit, weil es an sich reckt ist, diesem Musternachzuahmen; 7. aus Achtung und Liebe gegen Gott, als den vonallen vernünftigen Geschöpfen zu Preisenden, zu Ver-herrlichenden, weil es an sich recht ist, den Allvollkommcncn ken-nen zu lernen, und als das Vollkommenste zu preisen.

* Da nun Gott unsere ewige Seligkeit ausmacht, da die ewige Strafe inder ewigen unglückseligen Trennung von Gott besteht, da es also ein reine»Verlangen nach Gott, als dem an sich Liebenswürdigsten, dem letzten Zielealler vernünftigen Wesen, und eine aus reiner Liebe bervorgchende reineFurcht vor der ewigen Strafe gibt: so ist cs außer allem Zweifel, daßnicht jede Rücksicht auf die ewige Seligkeit und auf die ewige Strafe zuden unedlen Beweggründen gehört, daß vielmehr die reine Liebe und