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kategorischen Imperative: „Du sollst", „du sollst daS Gute tbun,weil es gut ist" seine Gesinnungen und Handlungen einrichten.Gott bat nur (in der Kantiscken Moral) die Harmonie zwischenTugend und Seligkeit herzustellen; dann braucht ikn der KantiskbcSelige in alle Ewigkeit nicht mehr. Hierüber ausführlicher bei derkehre von den sittlichen Beweggründen. Was aber aus dem bis-her Erörterten schon erhellet, ist: 1. Zwar soll man das Gute thun,ohne Rücksicht auf die etwaigen Folgen, weil es gut ist, zwarläßt sich 2. einiges Sittlichgute erkennen ohne Rücksicht auf Gott;aber 3. alles Sittlichgute, was nicht zugleich mit Rücksicht aufGott, als etwas Gott, der Urvernunft, Wohlgefälliges verrichtetwird, ist nicht fähig, uns zu Gott, unscrm letzten Ziele, zu führen.Gerade die nothwendigste und edelste Sittlichkeit ist also durch denImperativ: „Du sollst" unberührt geblieben.
§. 29.
Obje-kt des Gesetzes.
1. Handlungen können nur insoweit, als sic frei sind, gebo-ten oder verboten werden. Also können physisch nothwendigeund (absolut oder relativ) wahrhaft unmögliche Handlungen nichtzu den Gegenständen der Gesetze gerechnet werden.
2. Die Handlung muß sittlichgut, und zugleich
3. nothwendig scyn (zur Behauptung der Würde der Ver-nunft).
§. 30.
Gesetzgeber.
Dasjenige, was der Würde der Vernunft widerstreitet, mußGott, die Urvernunft, mißbilligen und unter Androhung ernsterStrafen verbieten, und zwar, wenn es die Würde der Vernunftganz erniedrigen, aufheben würde, unter Androhung der gänzlichenVerwerfung, Entfernung von dem letzten Ziele. Gott ist also ebendeswegen der höchste Gesetzgeber aller vernünftigen We-sen, ist der Urquell, der letzte hinreichende Grund, von welchemalle Gesetzgebung abzulciten ist. Unsere abgeleitete Vernunft ist indieser Hinsicht Verkündcrinn des göttlichen Gesetzes.
* In welchem Sinne gibt unsere Vernunft sich selbst Gesetze?
§. 31.
' Subjekt der Gesetze.
Jede abgeleitete Vernunft, alle vernünftige, erschaffene Wesensichen unter dieser göttlichen Gesetzgebung, sind also Subjekte derGesetze. Gott, der Urheber aller Sittenaesetze, ist die höchste, voll-kommenste Sittlichkeit, Heiligkeit, d. z, die allerfreicste und voll-kommenste Achtung, Liebe der Würde der Vernunft, oder: Gottist die (vollkommenste und freieste) Liebe selbst.