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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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(z. B. wenn man hungrig ist, nicht mäßig Speise genießen, oderwenigstens das damit verbundene Angenehme unterdrücken, alleAufmerksamkeit davon wegwenden)?

§. 18.

IV.Thue, was mit dem moralischen Gefühle Übereim

stimme t."

1. Moralisches Gefühl ist jenes Gefühl, welches aus der er-kannten Uebereinstimmung oder Nichtübereinstimmung freier Hand-lungen mit der Sittenregel, mit dem Sit.tengcsctze entsteht. DieKciintniß des Sittlichguten und Sittlichbösen wird also dabei schonvorausgesetzt, sie mag nun klar und deutlich, oder dunkel undniidentlich scyn. Kein bloßes Gefühl aber kann über Wahrheit oderFalschheit, über Sittlichkeit oder Unsittlichkeit entscheiden. 2. Nimmtman das moralische Gefühl für eine dunkele, undeutliche Kenntnißdes Sittlichguten; so kann die Moralphilosvphie, die ans Klar-heit und Deutlichkeit unserer Kenntnisse über die Sittlichkeit aus-geht, ebenfalls auf das moralische Gefühl in diesem Sinne keineRücksicht nehmen. 3. Man hat auch wohl das moralische Gefühlfür einen sechsten Sinn gehalten. Aber die Sinne können ja nurüber einzelne Eindrücke, nicht über Allgemeinheit, über Wahrheitund Sittlichkeit berichten.

Z. 19.

V.Strebe nach wahrer Glückseligkeit."

Verschiedene Bedeutungen dieses Satzes: 1.Strebe nachwahrem Wohlbefinden, nach körperlichem Wohlseyn."Das wäre grober Epikuräismus. Wie oft fordert die Pflicht vonuns, daß wir auf das körperliche Wohlseyn keine Rücksichtnehme»! Wahrlich Sittlichkeit und Wohlbefinden sind ganz unter-schiedene Dinge.

2.Strebe nach geistiger Glückseligkeit (die z. B. ent-steht aus der Gcistesthätigkcit, ans der Erken'ntniß der Wahrheit,aus dem Lesen schöner und erhabener Darstellungen . . .)." Diesesist feiner Epikuräismus, Eudämonismus. Auch die geistige Glück-seligkeit (die Geistesfrcnde) ist noch himmelweit unterschieden vonder Sittlichkeit. Ja das übertriebene Streben nach geistiger Freude(z. B. aus dem Lesen schöner Schriften) führt zu manchen Pflicht-verletzungen.

3.Strebe nach wahrer Glückseligkeit nich^i bloß fürdich, sondern auch für andere Menschen." Dieses Strebenist schon edler, wirs aber durch manche zufällige Umstände nichtmit dem erwünschten Erfolge gekrönt. Die Sittlichkeit aber darfnicht von zufälligen Umständen abhangen, und muß, wenn wirnur wollen, wirklich errungen werden.

4.Strebe nach dem wesentlichen Gute, nach dem,was an sich (absolut) gut ist, was fähig ist, wahreGlückseligkeit zu befördern (in dir und andern), ohne