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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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306
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Es heißt also den Umfang der Moralphilosophie ohne Grund ein-eiigen, wenn man die sittlichen Handlungen in Beziehung aufGott davon ausschließen wollte.

3. Die erste (wenn auch anfangs sclw undeutliche) Vorstellungvon Gott, die uns ohne unsere Freimütigkeit gegeben wird, diesich uns ohne unser Juthnn aufdringt, ist wegen der Wichtigkeitihres Gegenstandes von der Art, daß wir die Unterlassung deseifrigen Strcbens nach gehöriger Kenntniß Gottes sogleich für ver-nunftwidrig, für der Würde der Vernunft widerstreitend anerken-nen (ohne hierbei erst die Kenntniß der Sittlichkeit aller einzelnenHandlungen in Beziehung auf uns und andere zu berücksichtigen).Ja, sobald in uns die Vorstellung der Urvernunft entsteht, soerkennen wir, daß wir dieselbe lieben, und daher auch nacheiner bessern, lebhaftem. . . Kenntniß derselben streben müsse».Und wie? müssen wir denn nicht auch schon vorher die Würde dermenschlichen Vernunft erkennen, ebc wir den praktischen Grundsatz:Achte, liebe die Würde der menschlichen Vernunft" erkennen?Die (wenn auch undeutliche) Kenntniß der Würde der menschlichenVernunft (welche Kenntniß uns anfangs ohne unsere Freimütigkeitgegeben wird) bringt schon die Ueberzeugung in unS hervor, daßwir diese Würde achten (daher sie auch noch besser kennen lernen)müssen. Eben so thut dieses die uns gegebene (wenn auch noch un-deutliche) Kenntniß Gottes.

§. 13.

Ob man nicht bei der Feststellung des ersten Moral-princips gleich von dem in der theoretischen Philosophieerkannten absoluten Gute, Gott, ausgehen könne.

Offenbar folgt aus der theoretischen Kenntniß:Gott ist dasabsolute, höchste Gut" sogleich die praktische Kenntniß:Diesesabsolute Gut sollst du achten und lieben, und zwarmehr, als jedes andere nur bedingte Gut; und je-des abgeleitete Gut, also vorzüglich die alles Sinn-liche weit übertreffendc Menschcnvcrnunft sollst d»dem Grade der Würde (dem Grade des Guten) gemäßlieben." Das unmittelbare Bewußtscyn bezeugt uns dieses, daßunsere praktische Vernunft die Achtung, (siebe des unbedingtenGut's, Gottes, fordert, und die Nichtachtung Gottes verwirft,verdammet; so wie es uns bezeugt, daß sie sogar die Achtungunserer abgeleiteten Vernunft strenge gebietet. So schließt sich alsoan den Schlußsatz der Metaphysik (der metaphysischen Theologie):Gott ist das Unbedingte, ist die Urvernunft, ist der Grund allesSeyns" sogleich der erste Grundsatz der Moralphilosophie:Achteund liebe die Würde dieser Urvernunft" (achte, liebe Gott), sowie also auch die (obgleich weit geringere) abgeleitete Würde derMenschenvernunft; daher: achte, liebe die Würde der Vernunft(überhaupt). Oder:achte, liebe Gott, und wegen Gottes Alles,was ihm ähnlich ist, und um so inniger, je mehr es ihm ähnlich