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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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diesem Gesagten sich ergebende Moralprincip wäre also:Achte,liebe die Würde der menschlichen Vernunft, und bandle so, daßdiese Würde rein dargcstcllt, erhalten und vervollkommnet wird?Oder:Strebe die Würde der menschlichen Vernunft rein darzu-stellen , zu erhalten und zu erhöhen aus Achtung gegen dieseWürde."

Aber der Begriffmenschliche Vernunft" ist noch zu empirisch,zu konkret. Abstrahiren wir nun von dem Begriffemenschlich;»so haben wir den reinen, streng allgemeinen BegriffVernunft,"welcher sich auf alle Vernunftwcsen, selbst auf die allcrböchste Ver-nunft, die Urvernnnft (Gott) bezieht. Daher ist der erste Grund-satz für die Moral in seiner größten Allgemeinheit dieser:Achte,liebe die Würde der Vernunft (l. der Urvernnnft, also:achte, liebe Gott), 2. der abgeleiteten Menschenvernunft, also:achte, liebe die Würde der menschlichen Vernunft, achte, licbcdich und andere Menschen (die Mensche» überhaupt). Oder:Handle der Würde der Vernunft gemäß, aus Achtung >und Liebe gegen diese Würde."

§. 12 .

Rechtfertigung dieses Princips.

Dieses Princip ist 1. das erste, weil es aus dem unmittel-baren Bewußtseyn der praktischen Vernunft geschöpft ist; 2. dasallgemeine, ganz erschöpfende. Denn es wird in demselbenvon einem bestimmten Gegenstände des Bcwußtseyns, z. B. vonder menschlichen Vernunft, abgesehen, der Ausspruch des Be-wußtseyns wird also hier ganz rein, allgemein, abstrakt genom-men, folglich ist das Princip allgemein.

Aber (könnte man hier sagen) eine solche Allgemeinheit, diesich selbst auf unser Verhalten gegen Gott bezieht, ist hier nichtnur nicht erforderlich, sondern sogar verwerflich, weil die Dar-stellung unsers sittlichen Verhaltens gegen Gott eine besondere Wis-senschaft ausmacht, nämlich die Religionsphilosophie. Diesekann erst nach der Moralphilosophie abgchandelt werden, weil ma»schon wissen muß, was sittlich gut ist, ehe man die sittlichen Voll-kommenheiten Gottes und so auch unsere Pflichten gegen Gott zuerkennen fähig ist. Ja selbst die Pflicht, uns eine gehörige Kennt-niß Gottes zu verschaffen, kann erst aus den in der Moral-philosophie (im engsten Sinne) entwickelten Pflichten hergeleitetwerden."

Antwort: 1. Eben so könnte ich auch sagen:Um die Voll-kommenheiten Gottes überhaupt kennen zu lernen, muß ich erstalle einzelne Vollkommenheiten der Welt kennen." Ist esdenn aber nicht schon genug, wenn man überhaupt erkennet, wasVollkommenheit, was ein vollkommenes Wesen ist? So braucheich auch, um insbesondere die sittliche» Vollkommenheiten Got-tes (die Heiligkeit, Gerechtigkeit, Liebe . . .) zu erkennen, nurüberhaupt eine Vorstellung von Sittlichkeit zu haben, und es ist