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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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303
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Ausspruch über das Sollen. Wir betrete» diesen letzten Weg, undsetzen dann eilte kurze Kritik anderer als Moralprincipicn anfge-stellten Satze binzu, um uns dadurch in der Ucberzeuguug von demeigentlichen Moralprincipe noch mehr zu befestigen.

Z. II.

Aufsuchung des ersten Moralprincips.

1. Unsere Sinnlichkeit, unser sinnliches Begebrungsver-mögcn strebt nach sinnlichen Genüssen, nach der Bewirkung ange-nehmer und Bermeiduug unangenebiner Empfindungen, als seinemhöchsten Zwecke, (so wie noch 'der Hcrbcischaffung der Mittel zudiesen Genüssen). Diese Genüsse sind vorübergehend, oft nichtwahre Guter, und widerstreitend einem höhcrn.

2. Unser vernünftiges Begehrungsvermögen, unser ver-nünftiger Wille, unsere Vernunft, Vernünftigkeit aber strebt nachdem wahren, bleibenden Gute, bat Wohlgefallen an dem Gute,Objekte, selbst l ohne Rücksicht auf angenebme oder unangenehmeGenüsse, ja ohne alle sinnliche Wahrnehmung dieses oder jenesGegenstandes), bat Wohlgefallen an der Kraft selbst, an deminncrn, übersinnlichen Principe der Thätigkeit eines Gegenstandes),und Mißfallen an dem, was der Kraft widerspricht, an Kraft-losigkeit. Je größer die Kraft ist, desto größer ist das Wohl-gefallen der Vernunft. Die höchste, an den Erdgeschöpfen erkenn-bare Kraft ist die menschliche Vernunft, die Kraft des höher»Erkennlniß-, Gefühls- und Begehrungsvermögcns (die Kraft derVernunft Intelligenz, der übersinnlichen Gefühle, und derFreiheit des Willens), wodurch der Mensch die leblose Natur unddie vernunftloscn Tbierc, ja selbst seinen sinnlichen Körper nber-trifft, ja weit hinter sich znrncklaßt, weswegen also auch derMensch keinem unvernünftigen, keinem bloß sinnlichen Wesen gleich-gesetzt werden kann, sondern als über das bloß Sinnliche erhoben,und ihm gar nicht vergleichbar, daher als Selbstzweck, als Wurdeanerkannt werden muß. An dieser Würde (an diesen Vorzügendes Menschen) Kat unsere Vernunft (nach dem Zeugnisse nnsersBewußtseyns) das größte Wohlgefallen, so wie das größte Miß-fallen an dem Gegentheile im Menschen. Aus diesem Wohlgefal-len entspringt das Begehren, das Streben, diese Wurde (in unsund andern Menschen) zu befördern, d. i. rein darznstclien, zuerhalten mid zu erhöhen (daher auch die hierzu notbwcndigen undnützlichen Mittel anzuwcndcn, nämlich dasjenige zu tbun, wodurchdiese Würde erhalten und befördert wird, und dasjenige zu flie-hen, wodurch sie vcrgringcrt und erniedriget wird. Diese Achtungder Wurde der menschlichen Vernunft wird uns von der Vernunftwenigstens als so nothwendig dargcstellt, daß wir nichts thun dür-fen, wodurch die Würde erniedrigt wird, daß wir also wenig-nens alles dasjenige thun sollen, was zur Behauptung der Würdenothwendig ist, daß wir, im Falle wir dagegen handeln, uns selbstverwerfen, uns selbst strafen, und, wenn wir darnach handeln, unfernHandlungen einen wahren, innern Werth zuschreiben. Das aus