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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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286
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Gott nur insofern die Macht und Kenntniß z«, als dieselbe«in Beziehung auf die Handlungen und Glückseligkeit der Menschenthig sind.

S. Die Glückseligkeit soll im Kantischen Systeme vom Sittlichen dnrcb-aus nicht berücksichtigt werden, und doch wird der Glaube an den All-vergelter, der die Glückseligkeit verleihen, also ein Diener der Sim-lichkeir seyn soll, aus dem kategorischen Imperative lDu sollst sittlithandeln" gefolgert, postulirk!

5. Aus dem ganzen Argumente erhellet höchstens das Wünschenwürdi-gc, nicht die Wirklichkeit des Wesens, welches in ihm bewiesen wn-den soll.

§. 140.

8. Ueber die Liebe Gottes.

Die Liebe Gottes erhellet 1. aus der Unendlichkeit,

2. aus der Selbstständigkeit, Allgenügsamkeit Gottes,

3. aus der ganzen Weltcinrichtung,

4. aus der Geschichte,

5. aus der Offenbarung.

Jedoch muß man von der Liebe Gottes alles bloßMenschliche, Mangelhafte wegdenken. Man darf alsonickt (wie Mutsckell siehe Ueberwasser's Moralphilosophie S. 1l)Gott mit einem solchen Vater vergleichen, der ohne die recht!Weisheit, unvernünftig, seine Kinder liebt. Die LiebeGottes ist vielmehr höchst wnse, heilig und gerecht.

* Wie wir aber sowohl in Beziehung auf die Liebe, als auf die übrige«Vollkommenheiten'Gottes uns vor dem Antropomorphismus, duGott menschliche Eigenschaften mit den Mängeln derselben beilegt, hüte«müssen; so müssen wir uns auch vor dem entgegengesetzten Fehler derje-nigen bewahren, die aus dem unendlichen Abstande zwischen Gott unddem Menschen die unrichtige und schreckliche Folgerung herleitc«,man könne gar keine Vorstellung von den Vollkommenhei-ten Gottes haben. Denn was würde man von dem sagen, welcherso schlösse:Der Geist des Kindes ist vom Geiste des gelehrtesten Man-nes weit, weit verschieden. Also hat der Geist des gelehrtesten Man-nes nichts, welches dem Geiste des Kindes in etwa ähnlich wäre?'Daraus, daß wir erkennen:Gott ist ein einfaches Wesen (wie un-sere Seele), ist eine Substanz, hat die vollkommenste Weisheit undMacht", folgt doch wahrhaftig nicht, daß wir Gott für ein menschlichesWesen halten." Wir sagen ja nicht:Gott ist eine menschliche Sub-stanz, ein menschlicher Geist. . ."

Ueber das Verhältnis; Gottes zur Welt.

§. 141.

Gott ist, wie der Schöpfer und Erhalter, so auch dasletzte Ziel der Welt.

Gott, als das des äußern Einflusses unempfängliche, selbst-ständige Wesen, kann keinen selbstsüchtigen Zweck bei der Schöpfunghaben. Nur Liebe zu den Geschöpfe» kann die Absicht Gottes beider Schöpfung seyn. Aber worin besteht denn der eigentliche Zweckder Schöpfung? Zur Beantwortung dieser Frage diene erst Folgen-des als Einleitung:

Ein weiser Künstler braucht zwar nicht immer bei jedem Werke