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ser zur Stillung unsers Durstes, — das Korn zu unserer Ernäh-rung, — die Thiere zu unserm Dienste . . . bestimmt sind. Er-de, Luft, Wasser, Sonne trägt zu unserer Erhaltung und Erquik-kung beiz je mehr wir in der Naturgeschichte und Naturkundekennen lernen; desto mehr werden wir genöthigt, auszurufen: „2wie schön, wie zweckmäßig, wie wunderbar!" (Man sehe über die-sen Gegenstand das so gründliche und erbauliche Werk: „H. S. Rei-marus Abhandlungen von den vornehmsten Wahrheiten der natürli-chen Religion. 6te Auflage. Mit Anmerkungen begleitet von 2. A.H. Reimarus. Hamburg 1791"). — Wer hat diese so zusammenge-setzte Ordnung hervorgcbracht? Die Weltkräftc? Wer gab denblinden, unvernünftigen Wcltkräften die Regeln und Gesetze, diesie sich selbst nicht geben konnten? Die Notwendigkeit? Noth-wendigkcit, ohne ein reelles Etwas, ist ein Unding. Und kann die-se, -n die Zeit und den Raum gebundene, der Veränderung unddem Wechsel unterworfene Welt nothwendig, unveränderlich, selbst-ständig seyn? Ein innerer, verborgener Organism? Aberwas würde man dem antworten, der da sagte: diese schöne Uhr,diese zusammengesetzte, in so vielen Thcilen höchst zweckmäßige Ma-schine ist das Resultat eines innern, verborgenen Mcchanism?Nein, überall, wo Ordnung und Weisheit sich kund thun, sindwir, wenn wir nicht Tborcn setz» wollen, genöthigt, zu einer ver-nünftigen Ursacbe aufzusteigen. Welche unermeßliche Weisheit müs-sen wir also in dieser Welt, und in jedem Thcile derselben, ja in demkleinsten Thierchen bewundern! Herr, wie schön sind deine Werke!Du hast sie alle wunderbar gestaltet!
§. 139.
7. Ueber die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes.
Die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes erhellet aus der Unend-lichkeit Gottes, — aus unserm Gewissen, aus unserm Gefühlefür Sittlichkeit . . ., aus unserm Triebe nach dem Unendlichen...,— aus der Geschichte, — aus der Offenbarung. Selbst un-sere Ueberzeugung davon, daß Gott selbstständig, keines Zuwachseseiner Vollkommenheit von Außen (oder von Innen), keiner Sinn-lichkeit und sinnlichen Triebe fähig ist, enthält die Ueberzeugung,daß Gottes Heiligkeit durch nichts beschränkt werden kann.
* Kant's moralischer Beweis für die Heiligkeit und Gerechtigkeit des all-mächtigen im andern Leben das Mßverhälcniß zwischen der Sittlichkeit >und Glückseligkeit ausgleichenden Gottes bat im Systeme des Kantfolgende Mängel:
1. Wie kann die praktische Vernunft Wahrbeit lehren, wenn dietheoretische Vernunft überall als Betrügerinn dargestellt ist? Ist dochdie Vernunft überall Vernunft, sie mag sich als theoretische, oder alsPraktische Vernunft äußern! Die Offenbarung weiset uns sehr oft andie (von Kant verstoßene) theoretische Vernunft als an ein Erkennr-nißmittel der Vollkommenheiten Gottes. Auch stellt Kant (im Wider-spruche mit der Offenbarung) Gott dar nicht als unfern Herrn,Gesetzgeber und Richter, von dem wir gänzlich abhangen, sondernals unfern Diener, der uns die angemessene Glückseligkeit zu gebenhat, und sonst in keinem Verhältnisse zu uns stehr; daher erkennet er