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dann weitere Urtheile und Schlüsse ... zu bilden; wie vielmehrkann sic, wenn sie von sinnlichen, oft so sehr störenden und ver-stimmenden Eindrücken des Körpers frei ist, im vollesten Selbstbe-wußtseyn senken, Ehesten, erkennen! Selbst in solchen Kindern,die noch nicht zum vollen Sclbstbcwußtseyn gekommen sind und ster-ben, kann der Allmächtige dieses Bewußtsein wecken, und jdas sichbewußte Princip in dem nächsten vollständigen Vermögen zu denke»erhalten. D»ß der Allmächtige uns ein ewig seliges Leben geben,daß er einst unserer vernünftigen, der reinsten Erkenntniß undLiebe Gottes, der beseligendsten Anschauung des Unendlichen fähi-gen Seele, dicke Seligkeit gewähren kan», ist eben so einleuchtend.
§. 115.
Wirklichkeit.
Daß die Seele des Menschen wirklich unsterblich ist, folgtaus den Eigenschaften Gottes, und zwar 1. aus der Weis-heit Gottes, der sie Seele, welche er mit so großen Fähigkeitenund Kräften ausgerüstet hat, mit Kräften, die sich hier erst zuentwickeln anfangcn, unmöglich vernichten kann (da nicht einmalein weiser Gärtner so mit einer knospenden Blume verfährt).
2. Aus der Güte, Liebe, Gottes. Denn rr. was wäredas für eine große Liebe, wenn uns Gott zwar hier einige Ver-gnügen gewahrte, aber sie wieder durch die Gewißheit, daß wirim Tode ganz sterben werden, vergälletc und aufhöbe?'Undwie könnte die Unendlichkeit der Liebe Gottes damit bestehen,daß er diejenigen Wesen, die einer ewigen Seligkeit empfäng-lich sind, ja eine unvcrtilgbare Sehnsucht nach dem Unend-lichen empfinden, doch im Tode vernichtete? b. Wozu so vieleUebel in der Welt, wenn diese zeitlichen Uebcl nicht zur Beför-derung des ewigen Heils in Gott dienen sollten? Also die Barm-herzigkeit Gottes überzeugt uns ebenfalls von der Unsterblichkeitder Seele.
3. Wo bliebe die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottesohne die Unsterblichkeit der Seele? Denn, wäre die Seele nichtmisterblich; so würde sie ihr ganzes Streben auf die irdische Glück-seligkeit richten, würde, um nicht durch den Gedanken an dieVernichtung erschüttert zu werden, sich ganz in den gegenwärtigensinnlichen Genuß versenken, die Würde der Vernunft nicht mehrachtelt können, und sich so um alle Sittlichkeit und Glückseligkeitbringen.
4. Aus der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. WozuGott unsere Seele bestimmt hat, weiß er am besten. Jeder Zwei-fel verschwindet uns also, wenn er uns seinen Entschluß, unsereSeele ewig erhalten und beseligen zu wollen, offenbart. Daß erdieses wirklich gethan hat, wissen wir aus der Geschichte, aus derRcligionslehre. (Hier möge nur noch die Bemerkung stehen, wiefest die Ueberzeugung des Christen von der Unsterblichkeit der Seeleist, der da weiß: s. „In so vielen deutlichen Aussprüchen des