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Handbuch der Philosophie :
(der Logik, Metaphysik, Moral- und Rechtsphilosophie)
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* Hiermit fällt auch der Einwurf;Wenn baS handelnde Wese» durch nichtsin der vorhergehenden Zeit zum Handeln bestimmt würde; so würdeeS aus dem Zustande, wo es nicht handelte, in den entgcgengesehrenohne alle Ursache übergehen, mirhin ein Sprung geschehe», derdie Einheit der Erfahrung oder die Evntinuitat aller Erscheinungenaufhebt."

Denn i. die wirkende Ursache ist daö frei wollende Prin-cip selbst.

2. In Gott ist keine Zeit; wenn Gott frei handelt, etwas Ver-änderliches frei hervorbringt; so fangt die wirkliche Zeit in dem ver-änderlichen Dinge an. Gott selbst wird nicht verändert, da er vonEwigkeit den wirksamen Willen, dieses veränderliche Ding hervorzu-bringen, welches (objektiv) nur in der Zeit sepn kann, hat, alsonicht aus dem Zustande des Nichthandelns in den Zustand des -Han-delns Übertritt. Was innerlich unmöglich ist, kann Gott selbst nicht;die veränderlichen Dinge, die nur in der Zeit, also, da die Zeitnicht unendlich seyn kann, nicht von Ewigkeit, sepn können, kannalso der stets wirksamste Wille Gottes nur in der Zeit hervor-bringen; er selbst bleibt also unverändert, nur in den durch ihnhervorgebrachten Dingen ist eine Veränderung möglich. Ueber dieNaturgesetze stehe die metaph. Cosmologie.

2te Einw.: Die einförmige Erfahrung lehrt, daß durch ähn-liche Beweggründe ähnliche Willensäußerungen in den Menschenbewirkt werden, daß z. B. die Sitten der jetzigen Menschen denSitten derjenigen, die in früher» alten Zeiten gelebt haben, ganzähnlich sind .... Und worauf beruhet unsere moralische Gewiß-heit anders, als darauf, daß wir voraussetzen:Tic Menschenwerden in ähnlichen Umständen ähnlich handeln"?

Antw.: Hier ist Wahres und Falsches vermischt. Es ist 1.wahr, daß der größere Theil der Menschen den ihnen von Außensz. B. vom Clima, vom Vaterlande, von der Erziehung, von derUmgebung. . .) und von Innen (von den in ihnen erwachendenTrieben) gegebenen Reizen folgt (wiewohl nicht nothwendig, dochgern und in der Regel). Hierauf stützt sich unsere Kenntniß desCharakters einer Nation, der Jünglinge .... (d. i. der Mehr-zahl derselben). Aber von Keinem (aus einer Nation, ausden Jünglingen, Greisen ...) insbesondere kann man be-haupten, daß er gerade jenen Reizen (frei) folgen werde. Ge-rade weil jeder Mensch frei ist, kann er sich über die auf ihn ein-dringendcn Reize erheben, und den Beweggründen der Vernunftfreithätig folgen.

2. In dem Einwurfe sind »oth wendige und freie Hand-lungen mit einander vermengt. Nicht alle menschliche Handlungensind frei; es gibt gewisse Naturgesetze für den mensch-lichen Willen, die alle» Menschen, zu allen Zeiten, in allenLändern gleich unveränderlich sind, die aus solchen Naturgesetzenhervorgehenden Handlungen sind nothwendige Handlungen. Sogibt es folgende Naturgesetze: 1. Dazu, daß der Wille etwasbegehren kann, wird nothwendig erfordert irgend ein Begehrbares,ein Gut (ein wahres oder scheinbares). 2. Das niedere Bcgeb-rungsvermögen strebt nach einem sinnlichen Gute, und verab-scheuet ein sinnliches Ucbel. 3. Wenn ein Gut sowohl der Sinn-

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