bestimmt, genbthigt, weil das Kcgenthcil thun nur ein Vorrechtwäre, unvernünftig zu handeln."
Denn durch diese Behauptung würde ja die innere Nc»tb-wendig keil angenommen, den stärker» Beweggründen zu folgen;die Selbstbestimmungskraft (die Freiheit) wird also aufgehoben.Freilich sind Beweggründe dazu nothwendig, daß sich der Willeäußern könne (und diese Beweggründe sind bei endlichen Dingenaußer dem Wesen, bei dem Unendlichen aber kann nichts Aeuße-res auf den Willen Einfluß haben); das freie Wesen bestimmtsich aber selbst, nach der Leitung der erkannten Beweggründe;das freie Wesen bestimmt sich selbst (da weder die Beweg,gründe für, noch die Beweggründe gegen eine Handlung nöthi,! gend, zwingend, unwiderstehlich sind) entweder für Etwas, aufi dessen Seite die geringern Beweggründe stehen, oder für Das,
> jem'ge, zu dessen Erwählung größere Beweggründe eiuladen.
Dabei besteht ganz wohl, daß der freie Mensch unvernünftig, sitt,i lich böse handeln kan» und wirklich handelt, wenn er, statt dieWürde der Vernunft frcithätig zu achten, den vollwichtigen Be,
! weggründen der Vernunft freitbatig zu folgen, vielmehr den Rci-zen der Sinnlichkeit, den, rücksichtlich der Beweggründe der Vcr,nunft, unbedeutenden, wenn auch noch so lebhaften Reizen deri Sinnlichkeit freithatig nachgeht, und dadurch ein Knecht, Sklave
der Sünde wird, und die Leichtigkeit, sittlich gut zu handeln(diese Freiheit, diesen Frieden der Seele) verliert.
2. „Freiheit ist jene höhere Notbwendigkcit, die gleichweit ent,
; fernt ist vom Zufälle, als vom Zwange oder äußern Bestimmt,
! werden, die vielmehr eine innere, aus dem Wesen des Han-
^ delnden selbst quellende Nothwendigkeit ist. Das Ich
i setzt sich selbst. Daß es mit einer guten oder bösen Natur begabt
! ist, ist dessen eigene That, ist ein Akt der Freiheit. Lurch den
! ersten Akt der Selbstsctzung bat cs seine eigene Natur unwidcr-
! rnflich bestimmt, und alle folgenden Handlungen desselben
! werden ihm deshalb als gute oder böse Handlungen zugrrechuct,
j weil sie (nicht von einer, von Außen her gegebenen, Natur, so»,
dcrn) von einer solchen Natur hervorgehen, die cS selbstkonstrnirt hat. Der erste aber und einzige freie Akt, ausdem alle folgenden mit Nothwendigkeit hervorgehen, liegtjenseits des Bewußtseyns, und ist dennoch frei. Laßalso Judas ein Verrathcr Christi wurde, konnte weder er selbst,noch eine Kreatur ändern; und dennoch vcrricth er Ehristnm nichtgezwungen, sondern willig und mit völliger Freiheit."
In dieser Behauptung wird nur der Name „Freiheit" gelassen,die Sache selbst aber vernichtet. Zwar ist es wahr, daß, wen»wir nach reiflicher lleberlegung uns freithatig zu einer Handlungentschließen, auch die vorhergcsehcnen Folge», die daraus noth-wcndig entspringen, uns mittelbar frei, uns also impntabclsind. Aber wenn der erste Akt, woraus alle andere Handlun-gen mit Nothwendigkeit hcrvorgehen, jenfeits des Bewnßtseyns